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Zur Bundesgartenschau 1971, die unter dem Motto „Festival in Köln“ stand, wurde der Mittelmeergarten errichtet. Walter Polak, ein Gartenarchitekt aus Israel, entwarf ihn. Zentrales Gestaltungselement war ein rechteckiges Wasserbecken mit einem Brunnen, der in Form einer hellblauen, von innen beleuchtbaren Halbkugel von Hannelore Wiese aus Köln entworfen worden war.
Diese Halbkugel aus schillerndem Kunststoff, vermutlich Polysterol, stand auf einem flachen runden blauen Sockel. Sie war aus fingerdicken, Kunststoffsträngen (Plastikwürste) spiralförmig aufgebaut und hatte einen Durchmesser von ca. 1,2 m. Aus einer sehr niedrigen, breiten Fontäne auf der Spitze floss das Wasser über die Halbkugel runter ins Becken.
Walter Polak, der am Mittelmeer wohnte, wollte einen Garten schaffen, der an das Mittelmeer erinnert. Anfang der 1970er Jahre war ein Urlaub am Mittelmeer sehr beliebt. Auf allen Seiten wird der Mittelmeergarten aus unterschiedlich hohen Mauern, bestehend aus – für die 1970er-Jahre typischen – strahlend weißem Waschbeton mit Kieselsteinen aus Carrara-Marmor, begrenzt.
Der Boden des flachen Wasserbeckens wurde mit weißen wellenförmigen Bändern auf hellblauem Grund angestrichen. Diese weißen Wellenlinien sollten den Eindruck „Meer“ vermitteln. Inspiriert wurde Polka durch David Hockney, der viele Bilder mit Swimmingpools mit weißen Wellenlinien zeichnete. Die Umrandung des Wasserbeckens bestand aus rötlichem Betonplatten. Typisch für die 70er Jahre waren auch die vor den Mauern gepflanzten Atlaszedern, die den mediterranen Charakter verstärkten.
Es gibt in Köln nur zwei Halbkugel-Brunnen und dieser Halbkugel-Brunnen ist der einzige aus Kunststoff. Es gibt auch keine anderen Brunnen in Köln aus Kunststoff. Von den Kunstobjekten im öffentlichen Raum sind nur wenige aus Kunststoff gefertigt.
Vor ziemlich genau 10 Jahren (!) wurde die inzwischen graufarbige und mit einer 1 cm dicken Kalkschicht versehene, beschädigte Halbkugel entfernt und im Betriebshof im Rheinpark eingelagert. Ihr Alter und Vandalismusschäden hatten ihr schwer zugesetzt. Der Boden des Wasserbeckens zeigte so gut wie keine weißen Linien mehr und die blaue Farbe war größtenteils abgeplatzt. Eine Restaurierung wurde gefordert und es wurden mehrere Varianten zur Restaurierung entwickelt, aber alle wieder verworfen oder nicht umgesetzt.
An diesem Zustand hat sich bis heute nichts geändert, er ist trostlos. Aus Kostengründen ist aus Sicht der Stadtverwaltung eine Sanierung zurzeit nicht möglich. Da die Finanzlage der Stadt äußerst schlecht ist, scheint eine vollständige Finanzierung durch städtische Mittel erst mal ausgeschlossen. Daher ist eine Sanierung durch Sponsoren wünschenswert. Der finanzielle Aufwand dürfte in einem hohen fünfstelligen Bereich liegen.
Der aktuelle Zustand ist unhaltbar und wird der Bedeutung dieses Kleinodes der Kölner Zierbrunnen nicht gerecht. Wenn nicht bald eine Sanierung erfolgt, besteht die Gefahr, dass der Zustand zur Normalität wird. Weitere Jahre des Nichttuns dürfen auf keinen Fall folgen. Der Arbeitskreis plädiert für eine baldmöglichste, denkmalgerechte Sanierung.
Referent: Thomas Pütz
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