Werden Sie gemeinsam mit uns aktiv für Baukultur, Denkmalpflege und Kulturlandschaft!

Sicht auf die Heisterbacher Klosterruine

Stellungnahmen

Der Rheinische Verein begutachtet, rät und macht aufmerksam, wenn etwa politische Entscheidungen oder städteplanerische Entwicklungen Kultur und Umwelt gefährden.

Mit Stellungnahmen und Initiativen nimmt der Rheinische Verein Einfluss auf Großvorhaben. Als anerkannte Organisation der Denkmalpflege und des Naturschutzes hat er sich in der Vergangenheit u.a. geäußert zu Projekten wie Moselkanalisierung, Braunkohletagebau Garzweiler, Abriss des Plenarsaals im Bonner Bundeshaus, Schloss Benrath, Brücke im Welterbe Mittelrheintal und Hochmoselübergang, Windkraft u.v.m.

Der Rheinische Verein arbeitet aktiv an Handlungskonzepten im Bereich der Stadtentwicklung mit. Die Grenzen zur Ortsbildpflege und Dorferneuerung im ländlichen Bereich sind fließend. Auch hier bringt der Rheinische Verein sich durch Stellungnahmen zu Bauvorhaben, zur Fortschreibung der Gebietsentwicklungspläne und der Flächennutzungspläne ein. Dies betrifft sowohl städtische und ländliche Naherholungsgebiete, Landschafts- und Naturschutzgebiete oder Naturparke.

April 2022

Loreley-Plateau – Rheinischer Verein kritisiert Maßnahmen im Welterbegebiet „Oberes Mittelrheintal“

Als „nicht welterbewürdig“ hat der Rheinische Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz e. V. (RVDL) die bisherigen Umgestaltungsmaßnahmen auf dem Loreley-Plateau kritisiert. In einem Beschluss des RVDL-Regional­ausschusses heißt es, dass weder der aus viel Beton gefertigte und völlig überdimensionierte „Wegestrahl“ zur Felsspitze noch die Menhir-ähnlichen „Hörfelsen“ mit ihren eingebauten Lautsprechern die Besucher in die Lage versetzen könnten, den „Mythos Loreley“ zu erspüren. Noch weniger werde dies mit dem „Mythen-Raum“ gelingen, dessen Mittelpunkt ein künstlicher Felshügel sein soll, der sich nach oben in Plexiglasscheiben auflöst. Hierzu der RVDL-Vorsitzende Tobias Flessenkemper: „Im Mittelpunkt der Loreley-Sage steht neben der Loreley als Person der Loreley-Felsen als ein das Rheintal unverwechselbar prägendes Landschaftselement. Ein „Fels“ als ortsungebundenes Objekt spielt demgegenüber im Loreley-Mythos keine Rolle.“

Der RVDL-Regionalausschuss bemängelt außerdem den auf dem Loreley-Plateau verwendeten Banktyp. Er biete sich dem Betrachter als tonnenschweres Betonelement dar, das nur teilweise über Sitzflächen verfüge und mit seinen viel zu kurzen sowie falsch platzierten Rückenlehnen einen ergonomischen Missgriff darstelle. Insgesamt zeichne sich das Loreleyplateau durch einen gestalterischen Wildwuchs der einzelnen Informationsträger aus. Dass man Felsbrocken in Baumscheiben ablegt, signalisiere eine bedenkliche Nähe zum Kitsch.

Die Mitglieder des RVDL-Regionalausschusses bedauerten, dass sich an den neugeschaffenen Strukturen nichts Grundlegendes mehr ändern lasse. Den Verantwortlichen gaben sie eine Nachbearbeitung auf den Weg: So sollten sie wenigstens ansatzweise dem Anspruch gerecht werden, den man an Gestaltungsmaßnahmen im Kernbereich einer Welterbestätte stellen muss.

PM Loreley-Plateau (PDF, 450 KB)


April 2022

Resolution zum Erhalt des denkmalwerten Kraftwerks Frimmersdorf II nach Beendigung des Braunkohletagebaus

Mit dem Ende der Braunkohleverstromung im Rheinischen Revier steht das Kraftwerk Frimmersdorf II, einst das modernste und größte der Welt, zur Disposition. Im Gutachten von 1997 (!) von Dr. Walter Buschmann wird festgestellt: Das Kraftwerk ist bedeutend für die Geschichte der Menschen, der Städte und Siedlungen, für die Arbeits- und Produktionsverhältnisse sowie für Architektur und Industriekultur. Daraus folgernd ist es als Denkmal einzutragen. Diese Eintragung in die Denkmalliste wurde in den vergangenen 24 Jahren unterlassen. In naher Umgebung stehen weitere Relikte des Braunkohle-Abbaus wie Brikettfabriken, Brechergebäude, werkseigene Nord-Süd- (Eisen-) Bahn mit Kohlebunker, nicht zuletzt die Hauptverwaltung und vieles mehr. Darüber hinaus bietet es sich am Beispiel Frimmersdorf II an, die nach heutigem Stand riesigen Seen und die dadurch bedingte Umsiedlung der Bewohner und Vernichtung alteingesessener Dörfer und Siedlungen für die Nachwelt zu dokumentieren und zu veranschaulichen.


Frimmersdorf

Kraftwerk Frimmersdorf II Foto: Norbert Gilson / LVR

Speziell am Beispiel Frimmersdorf II ist der immense und stetig wachsende Energiehunger nach dem Zweiten Weltkrieg nachzuvollziehen. Besonders zeichnet sich Frimmersdorf II dadurch aus, dass das gesamte Equipment eines Kraftwerks in allen Facetten fast lückenlos vorhanden ist, und die sich stetig wandelnden Produktionsprozesse noch heute erlebbar sind. Hier spiegeln sich bedeutende Teile der Landesgeschichte und der nationalen Wirtschaftsgeschichte wider. Deshalb ist es unabdingbar, nicht nur Bruchstücke des Kraftwerks zu erhalten, sondern das gesamte Ensemble in seiner heute noch existenten Ausdehnung. Es ist nicht nur erhaltenswert, sondern wir sind verpflichtet, es zu erhalten. Eine nur dokumentarische Bewahrung per Text, Bild oder Film kann der Bedeutung des Kraftwerks Frimmersdorf nicht gerecht werden. Nirgendwo gibt es bislang ein Museum, das sich der Geschichte und Technik des Braunkohle-Abbaus und seiner Verstromung widmet. Der Erhalt aller Betriebseinrichtungen von Frimmersdorf II bietet die einmalige Chance für Industriekultur, Denkmalpflege und nicht zuletzt Landschaftsschutz, sie kommt nie wieder.
Der RVDL ruft deshalb alle auf, insbesondere die Institutionen, Organisationen, Ämter, Behörden und Ministerien, nicht zuletzt den Ministerpräsidenten des Landes NRW, sowie alle ihre Vertreter*innen, sich vehement und mit aller Kraft für den Erhalt des Kraftwerks Frimmersdorf II in seiner heute noch vorhandenen Gesamtheit einzusetzen.

Köln, im April 2022


Denkmalschutzgesetz NRW

Das "Denkmalschutz-Bündnis NRW“ lehnt die geplante Neufassung des Denkmalschutzgesetzes NRW 2021 ab. Die nordrhein-westfälische Landes­regierung hatte den 2020 vorgelegten Entwurf zur Neufassung des Denkmal­schutz­gesetzes nach dem Eingang einer Vielzahl kritischer Stellungnahmen vollständig neu gefasst und im März 2021 eine neue Vorlage veröffentlicht. Im Rahmen der Verbände­anhörung zu dieser Neufassung des Denkmal­schutz­gesetzes NRW wurden u.a. folgende Stellungnahmen veröffentlicht. Für Fragen zu den Inhalten der Stellung­nahmen kontaktieren Sie die teilnehmenden Organisationen und Gruppen.

  • Arbeitskreis Theorie und Lehre der Denkmalpflege e.V.

  • Deutsche Burgenvereinigung – Landesgruppe Westfalen-Lippe

  • Deutsche Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur e. V.

  • Deutsches Nationalkomitee von ICOMOS e. V.

  • Deutsche Stiftung Denkmalschutz

  • Forum Baukultur OWL e.V.

  • Interessen­gemeinschaft Bauernhaus e.V.

  • Professorinnen & Professoren in Nordrhein-Westfalen
    (befasst mit Fragen des kulturellen Erbes, der Denkmalpflege, der Bau- und Kunstgeschichte etc.)

  • Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Land­schafts­schutz e.V.

  • Verband der Restauratoren e.V.

  • Verband Deutscher Kunsthistoriker e.V.

  • Vereinigung der Landesdenkmalpfleger


Das Projekt einer Kölschen "Via Sacra" in der Diskussion

Stellungnahme (PDF, 52 KB)


Das Hochhaus des „Ingenieurwissenschaftlichen Zentrums“ (IWZ) der FH Köln in Köln-Deutz - Denkmal und Abrisskandidat

Stellungnahme (PDF, 513 KB)