Werden Sie gemeinsam mit uns aktiv für Baukultur, Denkmalpflege und Kulturlandschaft!

Sicht auf die Heisterbacher Klosterruine

Regionalverband Rhein-Erft

Unterschriftenaufruf

Im Rahmen der Offenlegung der Bauplanung in Brühl-Schwadorf sind erhebliche Bedenken von allen maßgeblichen Denkmalschutzinstitutionen formuliert worden: dem LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland, dem LVR-Dezernat Kultur und landschaftliche Kulturpflege, Fachbereich Regionale Kulturarbeit, der Bezirksregierung, dem Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung (für das Land als Eigentümerin der Brühler Schlösser) und der Fachberatung für die Welterbestätten, ICOMOS.
Die örtliche Initiative DENKmal-brühl.de hat jetzt einen Unterschriftenaufruf gestartet: Kulturlandschaft rund um Schloss Augustusburg erhalten und gestalten.

Der RVDL unterstützt diesen Aufruf. Hier können auch Sie unterschreiben:

Unterschriftenaufruf


Brühl

Zusammenfassung der Stellungnahmen des RVDL zum „BP 05.10 östlich Lindenstraße / westlich An der Schallenburg“ der Stadt Brühl im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung und Offenlage

Im Verfahren zum Bebauungsplan 05.10 „Östlich Lindenstraße, westlich An der Schallenburg“ sowie zur 50. Änderung des Flächennutzungsplans ist zwar im Umweltbericht der Hinweis auf die Kulturlandschaft enthalten. Es fehlt aber eine Darstellung der Folgen einer Realisierung der Planung für die Kulturlandschaft: Diese Bebauung würde nämlich

  • die Sichtbezüge der UNESCO Welterbestätte Schloss Augustusburg zur Schallenburg in Schwadorf,
  • die Wahrnehmbarkeit der mittelalterlichen Ortskante von Schwadorf selbst sowie
  • die dort vorhandene und für die Kulturlandschaft bedeutsame Wasserführung beeinträchtigen.

Das Parkpflegewerk von 1992 für den Schlosspark Brühl stellt mehrfach die Bedeutung der Blickachsen in die umgebende Landschaft fest: „Der durch breite offene Alleen gekennzeichnete Tiergarten des 18. Jahrhunderts stellt als herausragende Blickbeziehung vom Schloss aus über die Hauptallee die Verbindung in den offenen Landschaftsraum nach Süden bis zur Burg in Schwadorf und zu dem Höhenzug des damals bereits weitgehend waldlosen Vorgebirges her.“ Ausdrücklich wird festgestellt, dass diese Blickachse zwar durch den Bau der A 553 beeinträchtigt, aber nicht zerstört worden ist. So besteht nach wie vor die wechselseitige Blickbeziehung zwischen Schloss Augustusburg und der Schwadorfer Burg (Schallenburg). Von letzterer blickt man noch heute auf Schloss Augustusburg; umgekehrt geht der Blick von der Terrasse vor der Südfront des Schlosses genau auf die Schallenburg. Folglich führt der Landesentwicklungsplan im „Anhang 2“ den Kulturlandschaftsbereich um Schloss Augustusburg als „landesbedeutsamen Kulturbereich“ auf und verweist sowohl auf die kurfürstlichen Schlösser Augustusburg und Falkenlust (Welterbe mit Pufferzone), Gärten und Parks, Achsen und Sichtbezüge als auch u.a. auf die mittelalterlichen Burgen und Ortschaften.

Im Fachbeitrag zum Regionalplan ist dies weiter ausgeführt. Zum Kulturlandschaftsbereich 161 „Brühl / Kurfürstliche Schlösser“ sind dort ausdrücklich die „Blickachsen von Schloss Falkenlust auf das Siebengebirge und von Schloss Augustusburg auf Schwadorf“ genannt. Ferner ist dort der Kulturlandschaftsbereich 201 „Schwadorf (Brühl)“ mit folgenden Merkmalen benannt: „Im Kern spätmittelalterliche mehrteilige Wasserburganlage Schallenburg mit Obst- und Pferdeweiden; neugotische Kirche St. Severin, Kirchturm als Landmarke aus den nordöstlichen ackerbaulich genutzten Freiräumen; im Ort historische Höfe. – Schallenburg und Weiherhof Bodendenkmäler.“ Wichtig ist die Erhaltung des Freiraums in dem geplanten Baugebiet, da nur so die historische Ortskante des KLB 201 (Schwadorf) und der historische Ort Schwadorf als landschaftliche Dominante (Ziel Regionalplan) in ihrer kulturlandschaftlichen Bedeutsamkeit bewahrt werden können. Dieser Freiraum als Voraussetzung für die Wahrnehmbarkeit der Baudenkmäler gilt im Besonderen für die Doppelanlage des Strauchshofes und für die Anlage der Schallenburg. Der Denkmalverbund verdeutlicht in einzigartiger Weise den Zusammenhang von Landschaft und Gebäuden.

Ferner ist noch darauf hinzuweisen, dass die Vorgebirgslandschaften in diesem Bereich als „Rheinterrassen“ durch eine Vielzahl von mittelgroßen und kleinen Bachläufen geprägt sind. In Schwadorf gehören sie seit Jahrhunderten zum Ortsbild und haben den Bau der als Bau- und Bodendenkmal geschützten Schallenburg veranlasst. Insofern sind die vorhandenen Bachläufe unabdingbarer Teil der Kultur­land­schaft und auch im Kulturlandschaftsbereich 201, der die mittelalterliche Ortsbegrenzung erfasst, inbegriffen. Die Schallenburg ist als Wasserburg in ihrer wehrhaften Anlage, aber auch in der Gründung der Fundamente (Baustabilität) auf die Bewahrung der jetzigen Wasserläufe angewiesen. Dass die verrohrte Führung des Bachlaufs von existentieller Bedeutung für die Schwadorfer Burg/ Schallenburg ist, ist im Entwurf des Bebauungsplans mittlerweile aber in der „Begründung zu den Planungsabsichten“ festgehalten.


Stellungnahme zu dem Bebauungsplan 05.10 „Östlich Lindenstraße, westlich An der Schallenburg“ sowie der 50. Änderung des Flächennutzungsplans für die Bebauungsplanaufstellung 05.10 „Östlich Lindenstraße, westlich An der Schallenburg“

Stellungnahme (PDF, 306 KB)

Karte (PDF, 1,91 MB)

Die Karte ist verwendet eigene Fotos vom 17.3. und 18.3.2020 und braucht vielleicht folgende Erklärung:
Die Karte zeigt die existenten Blickachsen von Schloss Augustusburg nach Brühl-Schwadorf (zur Kirche St. Severin und zur Schallenburg). Die Fotos sind in der jeweils aufeinander bezogenen Ansicht wiedergegeben (also Südfassade und Gartenfront von Schloss Augustusburg, Nordseite der Schallenburg). Die Blickachse reicht von der Südfassade des Schlosses bis zur Schwadorfer Burg (Schallenburg) und umgekehrt von dieser bis zur Schlossfassade.

  • (Aufgeführt ist außerdem die historische, aber durch die A 553 zerstörte Sichtachse des Point de vue zum Strauchshof in Brühl-Schwadorf.)
  • Die Fotos auf der Karte sind mit den entsprechenden KuLaDig-Artikeln verlinkt. (Die Sichtachsenbezüge sind in den Artikeln durch aktuelle Fotos nachvollziehbar.)
  • Das Brühler BPlan-Gebiet 05.10 „Westlich Lindenstraße / östlich An der Schallenburg" befindet sich genau im Dreieck nord-westlich der Schallenburg und ist lila schraffiert.


Veranstaltungen


Alle Veranstaltungen des RVDL sind bis einschließlich August abgesagt.


Vorstand

Vorstand Regionalverband Rhein-Erft

Karl Ernst Forisch
Denkmalbeauftragter der Stadt Hürth
Pestalozzistr. 16
50354 Hürth
02233 - 75491
karl-ernst.forisch@stevensnetz.de

Rolfjosef Hamacher
Arbeitskreis Recht des RVDL
Rudolfstr. 171
50226 Frechen
rolfjosef.hamacher@arcor.de

Dr. Ulrich Stevens
Arbeitskreis RVDL vor Ort
ehust.bruehl@t-online.de

Michael Zöphel
michael@zoephel.de


Kontakt

Karl Ernst Forisch

Rolfjosef Hamacher

Dr. Ulrich Stevens

Michael Zöphel
michael@zoephel.de

Anja Schmid-Engbrodt (AK Historische Hofanlagen)

Dr. Rita Lennartz (AK Tagesseminare vor Ort)