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Sicht auf die Heisterbacher Klosterruine

Aktuelles

Neues von den Kuranlagen in Bad Neuenahr
Ein Heilbad zerlegt sich selbst!

Sind sie nun marode oder sind sie es nicht? Lohnt sich eine Sanierung der einzigartigen Kuranlagen aus der Zeit der Klassischen Moderne in Bad Neuenahr oder nicht?


Bad Neuenahr

Kuranlagen Bad Neuenahr, Foto: Axel Hausberg

Die Finanzen sollten bei solch gewichtigen Entscheidungen für oder wider Erhalt von baukulturellem Erbe nicht die alleinige Rolle spielen – doch sie tun es. Zumal nun auch der potentielle Investor abgesprungen ist und bis zur Landesgartenschau 2022 ehrgeizige Pläne verwirklicht werden wollen.

Sanierung rechnet sich! sagt Bauingenieur Prof. Dr. Rainer Hempel und er schließt sich damit einem Appell bedeutender nationaler Denkmalschutzorganisationen vom Sommer 2018 an, den der Rheinische Verein initiiert hat. Professor Hempel rät dringend dazu, ein Sanierungsgutachten zu erstellen und attraktive Fördermittel in Anspruch zu nehmen.

Über den möglichen Erhalt der Kuranlagen sprach die Kulturjournalistin Ute Pauling mit Prof. Dr. Rainer Hempel vom Institut für Tragwerksforschung und -entwicklung.

Pauling: Sie beschäftigen sich speziell mit Tragwerksforschung, haben selbst viele denkmalwürdige Bauten vor dem Abriss bewahrt. Die alles entscheidende Fragen in Neuenahr: Ist das Kurensemble zu retten?
Hempel: Natürlich ist das Ensemble zu retten. Man muss es wollen und bereit sein, Kompromisse einzugehen. Ich schlage eine „schlanke Sanierung“ vor. Dann bleibt es überschaubar und dieses herausragende Bauensemble bleibt erhalten.

Pauling: Was verstehen Sie unter „schlanker Sanierung“?
Hempel: Schauen Sie: zum einen sind bei einem Baudenkmal heutige Anforderungen auf Neubauniveau nicht zwingend. Und zum anderen sollte ein Bau nach der Sanierung auch nicht wie ein Neubau aussehen, denn sonst wäre die Sanierung verfehlt und die Kosten lägen ebenfalls auf Neubauniveau. Aber man könnte nachträgliche Dachaufbauten und abgehängte Decken, wie sie in den Kuranlagen in Bad Neuenahr als Ballast auf die Tragkonstruktion wirken, rückgebauen. Allein dadurch erhöht sich die Standsicherheit um etliche Prozente. Ich rede hier von einer „relativen Standsicherheit“, einem Spezialgebiet von mir.

Pauling: Gegen berechtigte Ängste – ich erinnere an die Beethovenhalle in Bonn -, ein Objekt wüchse dem Bauherrn schnell über den Kopf, haben Sie ein Rezept?
Hempel: Die Sanierung der Kurparkbauten ist gut zu händeln. Sie kann in mehreren, auch kleinen, überschaubaren Bauabschnitten durchgeführt werden, und nach Dringlichkeit zeitlich und somit auch finanziell gestreckt werden. Mit ca. 80 % der vorhandenen finanziellen Mittel für den ersten Bauabschnitt beginnt man mit dem wichtigsten Gebäudeteil. Damit ist sichergestellt, dass dieser Bereich zeitlich und auch finanziell nicht aus dem Ruder läuft und man sich zur LaGa nicht blamiert.Je nach Finanzkraft folgen weitere Abschnitte. Mit diesem Verfahren behält man generell die Kontrolle. Ich bezeichne dieses Verfahren als „schlanke Sanierung“. Sogar Planungsänderungen sind einfach und nicht ruinös.

Pauling: Wie zuverlässig kann ein Sanierungsgutachten sein?
Hempel: Ich empfehle eine systematische Vorgehensweise, wie man es vom Arzt kennt: Anamnese, Diagnose, Therapie: Anamnese bedeutet, die ursprünglichen Baupläne stichprobenartig mit dem Ist-Bestand zu vergleichen. Sie glauben gar nicht, was wir dort alles entdecken. Da werden beispielsweise schon in der Bauphase Aufzüge verlegt oder Treppenhäuser verändert. Das ist alles wichtig wegen der Statik.Diagnose bewertet dann. Sie blickt auf die Schäden, deren Ursachen und Auswirkungen. Das ist doch klar: nur wenn die Schadensursachen behoben werden, ist eine nachhaltige Sanierung möglich.Hier gilt es Planungsalternativen, verbunden mit Kostenschätzungen und groben Terminplänen zu erarbeiten.Und dann kommt die Therapie – die Heilung: Die muss umsichtig geplant werden. Das ist die Voraussetzung für das Gelingen und Nachhaltigkeit.Am Beispiel Beethovenhalle in Bonn wird deutlich wie man ohne Anamnese ins Verderben läuft. Da kommt es zu bösen Überraschungen. Hier wurde ein Gesamtauftrag erteilt, der ohne Anamnese und Diagnose durchgeführt wird.

Pauling: Viele glauben dem Märchen: Neubau ist gut und kalkulierbar. Sanierung ist ein Fass ohne Boden. Wie schätzen Sie das ein?
Hempel: Generell ist eine Sanierung immer ein Unternehmen, das viele unterstützen: Potente Geldgeber sind hier in diesem Fall – die Zusagen liegen vor – die Wüstenrotstiftung, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, und viele andere. Meine persönliche Erfahrung: Je exakter dieser Antrag den Förderzielen der jeweiligen Stiftung entspricht, desto höher die Förderquote. Eine solche strategische Vorgehensweise kann bis zu 80% der Finanzierung ausmachen! Anders als beim Neubau.

Pauling: In Bad Neuenahr ist die Abrissgenehmigung gerade erteilt worden. Welche Nachteile hätte ein Abriss?
Hempel: Das kann sich jeder Bauherr ausrechnen: Die Kosten werden enorm! Ein Abriss erzeugt hohe Kosten, weil u.a. auch Altlasten und Schadstoffe behutsam rückgebaut, entsorgt und deponiert werden müssen. Die Baustelle/Baugrube muss wieder verfüllt werden. Nicht unerheblich ist zudem der Aufwand für eine Gartengestaltung. Und falls später doch noch gebaut werden soll, muss alles erneut rückgebaut werden – im Prinzip wird bei einem Neubauprojekt nur Geld auf Kosten des Steuerzahlers vernichtet. Wo soll da eine Ersparnis sein?Und last but not least wird ein wertvolles Objekt der Klassischen Moderne unwiederbringlich zerstört. Nachfolgende Generationen werden die Ignoranz gegen unsere Kunst- und Kulturgüter nicht verstehen.

Pauling: Wären Erhaltung und/oder auch Rekonstruktion noch in der Zeit bis zur Landesgartenschau 2022 möglich?
Hempel: Mit einer „schlanken Sanierung“ wären zumindest einige Gebäudeteile soweit herzurichten, dass sie für Veranstaltungen genutzt werden könnten. Sollte sich eine Fertigstellung verzögern, kann das Thema „Work in Progress“ ein Zeichen für die Kurstadt setzen und das landesweite Interesse durch kulturelle Veranstaltungen mit Spendengalas verstärkt werden. Entscheidend ist es, ein Bewusstsein für die Qualität der Kuranlagen zu schaffen und eine Identifizierung mit der künftigen Nutzung.

Zur Person: Prof. Dr. Ing. Rainer Hempel Leiter des Instituts für Tragwerksforschung und –entwicklung in Bonn Einige Beispiele für seine gelungenen Sanierungsobjekte: Hessische Landesbank, Frankfurt Gerling Quartier, Köln Gerlinghochhaus, Köln Allianzzentrale, Köln Lokhalle, Göttingen Science-Center Bad Hersfeld, Museum Windstärke 10, Cuxhaven Berliner Allee 22, Düsseldorf u.v.m.


Kuranlagen in Bad Neuenahr in Gefahr - öffentlicher Appell für ihre Erhaltung


Bad Neuenahr

Bad Neuenahr, Foto: Archiv Bürgerinitiative Lebenswerte Stadt

In Bad Neuenahr sind die Kuranlagen aus der Zeit der Klassischen Moderne aktuell vom Abriss bedroht. Zahlreiche bedeutende Denkmalschutzorganisationen haben auf Initiative des Rheinischen Vereins einen öffentlichen Appell an die Stadt gerichtet, das Kulturerbe mit aller Kraft zu erhalten, und haben dafür ihre Unterstützung angeboten. Der Appell wurde am 22. August 2018 im Rahmen einer Pressekonferenz an Vertreter der Stadt übergeben.

Den Appell und die erste Presseresonanz finden Sie hier:

Appell zur Erhaltung der Kuranlagen in Bad Neuenahr (PDF, 105 KB)

Artikel General-Anzeiger Bonn (PDF, 37 KB)

Artikel Rhein-Zeitung (PDF, 61 KB)

Bad Neuenahr- Dt. Stiftung Denkmalschutz (PDF, 38 KB)

Artikel FAZ vom 25.08.2018 (PDF, 1,39 MB)

Artikel Blick Aktuell (PDF, 96 KB)

Bericht des SWR

Mainzer Algemeine Zeitung (PDF, 280 KB)

Bad Neuenahr-Ahrweiler Kuranlagen (MP3, 1,6 MB)


Busexkursion an die Lahn am 26. Mai 2019

Liebe Mitglieder des RVDL,
der Rheinische Verein bietet mit drei RVDL-Verbänden eine gemeinsame Busexkursion an die Lahn an.


Villmar

Ausstellungsraum des Lahn-Marmor-Museums in Villmar, Foto: Karl-Peter Wiemer

Die Fahrt findet am 26. Mai 2019 statt und führt in die nassauische Residenzstadt Weilburg, das Lahn-Marmor-Museum in Villmar und die Lubentiusbasilika in Dietkirchen. Nähere Angaben hierzu finden Sie in der aktuellen RVDL-Broschüre "Veranstaltungen & Termine 2/2019" und auf der Internetseite des RVDL:

Rheinischer Verein - Regionalverbände

Bitte klicken Sie Ihren Regionalverband an. Es sind noch einige Plätze frei.


Dietkirchen

Die romanische Lubentiusbasilika in Dietkirchen, Foto: Karl-Peter Wiemer

Die Anmeldefrist wurde zwischenzeitlich vom 15. März auf den 31. März 2019 verlängert.

Auskünfte und Anmeldungen über Rudolf Conrads, Tel. 0221 6902035, Mail:

Freundliche Grüße
Ihr RVDL


Neujahrsempfänge 2019

Mitglieder und Freunde des Rheinischen Vereins waren auch 2019 zu zwei Neujahrsempfängen eingeladen. Am 24. Januar wurde im Landesmuseum Mainz gefeiert, wo der Vorsitzende Prof. Dr. Christoph Zöpel, der Stellvertretende Vorsitzende Prof. Dr. Matthias Müller und der Staatssekretär aus dem Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur RLP, Prof. Dr. Salvatore Barbaro, rund 70 Gäste begrüßten.

Staatssekretär Barbaro dankte dem Rheinischen Verein für sein Engagement in Rheinland-Pfalz, Prof. Müller ging auf einige aktuelle und teils kontroverse Denkmaldebatten in Rheinland-Pfalz ein, Prof. Zöpel würdigte insbesondere die neue Fördervereinbarung zwischen dem Landschaftsverband Rheinland und dem Rheinischen Verein und dankte dem Land wie im speziellen der Generaldirektion Kulturelles Erbe für die Unterstützung.

Den Festvortrag hielt Dr. Wolfgang Voigt, früherer Stellv. Leiter am Deutschen Architekturmuseum Frankfurt. Er entführte das Publikum auf Reisen von Architekten wie Gottfried Böhm, Martin Elsaesser und Paul Bonatz und die manchmal unerwarteten Folgen für die Entwürfe.

Das Mainzer Saxophonquartett steuerte einen stimmungsvollen musikalischen Rahmen bei.


Bildergalerie (zum Vergrößern Bild anklicken) alle Fotos: Jürgen Ernst, GDKE


Beim Empfang am 4. Februar im Maxhaus in der Düsseldorfer Altstadt konnten Prof. Zöpel und die neue Stellv. Vorsitzende des Rheinischen Vereins, Susanne Bonenkamp, die Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz NRW, Ursula Heinen-Esser, begrüßen.

Landschaftsschutz als wichtiges Thema des Rheinischen Vereins stand im Mittelpunkt der Beiträge. Die erst im Dezember 2018 neugewählte Stellv. Vorsitzende wurde von den Vereinsmitgliedern nochmal herzlich begrüßt!

In seinem Festvortrag über Kulturlandschaft im Wandel hob Prof. Dr. Werner Konold, Landespflege an der Universität Freiburg, hervor, dass Landschaften immer im Wandel waren und dass es um ein kluges Management von Wandel gehen muss. So entstehen heute vielleicht die Kulturlandschaften, die eines Tages schützenswert erscheinen. Gegen unbedachte Eingriffe in Landschaft und Landschaftsbilder muss sich freilich auch immer wieder bürgerschaftliches Engagement regen.

Das Bonner Saxophonensemble rahmte den Abend ein, zu dem sich fast 170 Gäste versammelt hatten und anregende Stunden erlebten.


Bildergalerie (zum Vergrößern Bild anklicken), alle Fotos: Matthias Jung


Fit für das neue Jahr
Ruine Virneburg hat ihren Frühjahrsschnitt bekommen

Virneburg/Köln. Einen besonderen Einsatz hatte die Freiwillige Feuerwehr der Gemeinde Virneburg (Kreis Mayen-Koblenz) am Samstag, 26. Januar 2019. An der bekannten Burgruine Virneburg führten die Kameraden unter der Leitung von Wehrführer Carsten Keppler eine umfangreiche Freischneidemaßnahme durch und betätigten sich als ehrenamtliche Denkmalpfleger. In den letzten Jahren ist der Aufwuchs von Bäumen und Büschen dem historischen Denkmal immer näher gerückt. Reduzierung und Entfernung des Bewuchses dienen der Sicherung der historischen Bausubstanz und rücken die Burg im Ortsbild wieder stärker in den Blick. "Wir sind froh, dass diese Maßnahme durchgeführt wird, die der Burgruine gut tut und diese langfristig schützen hilft“, so Ortsbürgermeister Herbert Pung.


Virneburg

Freischnitt Virneburg

Der Burgeigentümer, der Rheinische Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz mit Sitz in Köln, freut sich über die Aktion, gehört die Burg doch seit 105 Jahren zum Verein und soll auch weiterhin ein attraktives und sicheres Ausflugsziel sein. Gerade bei Wanderern ist die Virneburg beliebt. Erst 2018 wurde das zehnte Jubiläum des Premium-Wanderwegs Traumpfad VirneBurgWeg gefeiert. Für das neue Jahr 2019 ist die Ruine nun fit; der Rückschnitt dürfte einige Jahre vorhalten.


Freischnitt Virneburg

Freiwillige Feuerwehr Virneburg

Kontakt: Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz, Ottoplatz 2, 50679 Köln, Tel. 0221 809 2804, E-Mail: sekretariat@rheinischer-verein.de

Beitrag Blick Aktuell


Artenliste Lousberg / Aachen

Sie finden an dieser Stelle die vollständige Artenliste zum Aufsatz von Wolfram Kunick: "Von der öden Schaaftrifft zum Waldpark"

Florenwandel auf dem Aachener Lousberg in den letzten 200 Jahren. (Aufsatz erschienen in Rheinische Heimatpflege, Heft 1/2019)

Artenliste Lousberg (PDF, 335 KB)


Neuwahlen zum Vorstand

Auf der Mitgliederversammlung des Rheinischen Vereins am 1.12.2018 in Köln wurde der Vorstand gemäß der neuen Satzung ergänzt, die die Mitgliederversammlung auf der Jahrestagung am 23.6.2018 in der Abtei Rolduc beschlossen hatte.

Die neugewählte Zweite Stellv. Vorsitzende ist Frau Susanne Bonenkamp. Neu in den erweiterten Vorstand gewählt wurden:

  • Gerhard Eichhorn
  • Tobias Flessenkemper
  • Rolfjosef Hamacher
  • Jürgen Kunow
  • Ulrich Schulte-Wissermann
  • Doris Törkel
  • Thomas Wurzel

Vielen Dank an alle, die jetzt im neuen Vorstand des Rheinischen Vereins mitwirken!


Gleueler Wiese


Sehr geehrte Damen und Herren,

die Gleueler Wiese im Äußeren Grüngürtel Kölns ist seit einigen Jahren in der Diskussion: Der 1. FC Köln beabsichtigt, dort Trainingsplätze und weitere vereinsbezogene Einrichtungen anzulegen. Dagegen regt sich Widerstand nicht zuletzt bei Natur- und Denkmalschützern. Die vorliegende neue Publikation ist reich an Informationen; sie soll helfen, die Diskussion zu versachlichen, zugleich aber auch Argumente für den Schutz und den Erhalt dieser historischen Grünfläche bereit stellen. Sie darf gerne weitergereicht werden!

Eine anregende Lektüre wünscht Ihnen
Dr. Ulrich Krings

Heimatpflege 4/18 Aufsatz Moll (PDF, 3,65 MB)


Das Kölner Grünsystem - ein zukunftsweisendes Erbe

Im Rahmen des Europäischen Kulturjahres 2018 wird mit dem vorliegenden Programm das Kölner Grünsystem als einzigartiges Kulturerbe in den Mittelpunkt gestellt. Als ein europäisches Kulturerbe entstand es in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts.

Damals waren großräumige Grünplanungen für die Städte weit über Deutschland hinaus üblich. Allerdings schaffte nur der damalige Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer es, in der nach dem Ersten Weltkrieg wirtschaftlich und politisch angespannten Lage ein derartig umfangreiches Grünsystem aufzustellen und politisch und praktisch in wesentlichen Zügen umzusetzen. So entstanden auf den ehemaligen preußischen Festungszonen der Innere und Äußere Grüngürtel. Die von dem renommierten Städtebauer Fritz Schumacher vorgesehenen radialen Verbindungszüge konnten z.T. erst ab den 1960er Jahren ausgebaut werden. Gegenwärtig findet eine Erweiterung im Umland statt. Die von Schumacher angedachten Grünkeile, ausgehend vom Äußeren Grüngürtel, stoßen jetzt auf einen dritten Grüngürtel in der Erftaue und auf dem Vorgebirge.

Von Anfang an stand die ökologische und historischkünstlerische Gestaltung als Frischluftspeicher für die Bevölkerung im Mittelpunkt der Planungen. Dieses für andere Städte im Zuge der dramatischen Luftverschmutzung und des Klimawandels sowie des Stadtwachstums vorbildhafte Grünnetz Kölns ist u.a. durch das Bevölkerungswachstum und steigende Flächenversiegelung bedroht. Daher wird dieses umfangreichste Kölner Landschafts- und Kulturobjekt in diesen Veranstaltungen mit all seinen positiven Funktionen und ästhetischen Facetten vorgestellt.

Prof. Dr. Barbara Schock-Werner
Vorsitzende des Regionalverbandes Köln im Rheinischen Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz

Jahr des Kölner Grünsystems - Programm

Flyer (PDF, 170 KB)


Stellungnahme des RVDL zum landschaftszerstörenden Lava- und Basaltabbau in der Vulkaneifel

Die Vulkaneifel ist eine landschaftlich reizvolle und abwechslungsreiche, aber leider verwundete Gegend. Die sich auf kleinstem Raum aneinander reihenden Abgrabungen, um Lava und Basalt abzubauen, nehmen der Landschaft zunehmend ihren Reiz. Der Rheinische Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz (RVDL) ist überregional in der ehemaligen Rheinprovinz und damit außer im nordrhein-westfälischen Rheinland auch in Rheinland-Pfalz, in Teilen Hessens und im Saarland vertreten. Er stellt somit eine gewichtige Stimme dar. Die gegenwärtig in der Abstimmungsphase befindliche Raumordnungsplanung in der Region Trier nimmt er zum Anlass, entschieden auf einige herausragende Alleinstellungsmerkmale dieses Gebiets hinzuweisen:

  • In ganz Mitteleuropa gibt es nur zwei kleine quartäre Vulkangebiete: Das Gebiet um den Laacher See bis Mayen, das durch den Gesteinsabbau bereits weitgehend zerstört ist, und das westeifler Vulkanfeld im ehemaligen Landkreis Daun, heute Vulkaneifel. Die typische quartäre Vulkanlandschaft ist dort trotz der bereits erfolgen zahlreichen Eingriffe noch in großen Teilen erhalten und darf für sich in Anspruch nehmen, einmalig in Deutschland zu sein. Es handelt sich hier zweifelsohne um ein nationales Naturerbe, eine Kulturlandschaft, die es in dieser Form in der gesamten Republik nicht noch einmal gibt.
  • Der Landesentwickungsplan (LEP IV) von Rheinland-Pfalz trägt diesem Tatbestand Rechnung, indem er von einer „Landschaft mit bundesweit einzigartiger vulkanischer Prägung“ spricht. Jedoch räumt er an anderer Stelle der Rohstoffsicherung ein „besonderes Gewicht“ ein, ohne im Detail auf den darin innewohnenden Widerspruch einzugehen.
  • Die Landschaft der Vulkaneifel zählt der Landesplanung zufolge zu den „Erholungs- und Erlebnisräumen mit landesweiter Bedeutung“. Da diese Kulturlandschaft der Vulkaneifel mit ihrem Inventar an verschiedenen Landschaftselementen, die touristisch weitgehend erschlossen und von Köln und der Rheinschiene in ein bis eineinhalb Stunden gut erreichbar sind, hat sie jedoch mehr als nur eine landesweite Bedeutung. Sie bedient erfolgreich mindestens zwei Bundesländer und hat damit überregionale bis nationale Bedeutung, was als Tourismusfaktor viel stärker zu berücksichtigen ist.
  • Der Landesentwicklungsplan geht seinem verbindlichen Ziel 91 vollkommen zutreffend darauf ein, wenn er festlegt, dass für solche Landschaften „die Vielfalt, Eigenart und Schönheit sowie der Erholungswert von Natur und Landschaft vorrangig zu sichern und zu entwickeln“ sind. Vorrangig bedeutet, dass dieses Ziel vor allen anderen konkurrierenden Nutzungsansprüchen zu verfolgen ist.
  • Daraus folgt für den RVDL: die komplexe Natur und Landschaft sind als prägende Elemente einer alten Kulturlandschaft vor anderen in dieser Abwägung herausragend zu bewerten. Die Einzigartigkeit der Landschaft mit ihrer Ausstattung stellt bundesweit ein Alleinstellungsmerkmal dar.
  • Eine zukunftsweisende Planung hat deshalb festzulegen, dass über die bereits bestehenden bzw. genehmigten Gruben hinaus weder neue Aufschlüsse gestattet noch Erweiterungen vorhandener Abgrabungen zugestanden werden. Um dieses angesichts der bisher geübten Praxis zwingend erforderliche Ziel zu erreichen, muss das gesamte Abgrabungsgebiet – ob vorhanden oder potentiell – einem Ausschlusskatalog unterzogen werden. Der Rheinische Verein stellt dazu gern die nötigen Informationen zur Verfügung, um festzulegen welche Elemente dieser quartären Vulkanlandschaft auf keinen Fall mehr angegriffen werden dürfen. Da die gesamte Landschaft mit einem hohen Naturpotential ausgestattet ist und enorme Reize für einen weiter auszubauenden sanften Tourismus bietet, fordert der RVDL: Schluss mit jeder weiteren Abbauüberlegung! Die Landschaft ist bereits gebeutelt genug. Die ungebremste Ausbeutung zu Lasten von Mensch und Natur muss ein Ende haben. Dieses Ziel im Sinne der Vorgaben des Landesentwicklungsplans zu fixieren, ist Aufgabe der Regionalen Raumordnung. Ein Alleinstellungsmerkmal muss Vorrang haben. Die wirtschaftliche Entwicklung der Region hat weit mehr Umsatz und Beschäftigungsmöglichkeiten durch den Tourismus als durch weitere Gruben, die kaum Personal benötigen.- Zudem weist der RVDL nachdrücklich darauf hin, dass die Abgrabungen erheblichen Einfluss auf den Wasserhaushalt haben, der in der Vulkaneifel durch die Mineralbrunnen in Gerolstein und Dreis ein prägender Wirtschaftszweig ist und weit mehr Menschen beschäftigt als der Gesteinsabbau.

    Fazit: Der RVDL fordert die Landesregierung und die im Landtag von Rheinland-Pfalz vertretenen Parteien eindringlich auf, der weiteren Zerstörung einer einzigartigen und einmaligen Landschaft nicht weiter tatenlos zuzusehen, sondern unverzüglich Maßnahmen zu ergreifen, die das selbst als vorrangig ausgegebene Ziel des Schutzes und der Sicherung dieser Landschaft tatsächlich gewährleisten.
  • 23.7.2018
  • Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz e.V.
    Mark vom Hofe, Vorstandsmitglied und Vorsitzender der Fachgruppe Landschaftsschutz des Rhein. Vereins
    Dr. Sibylle Bauer
    Prof. Hans Erkert
    Hartmut Schmidt
    Roland Thelen, Regionalverband Eifel des Rhein. Vereins


Trierischer Volksfreund (PDF, 1,78 MB)

Wochenspiegel 12.09.2018 (PDF, 729 KB)

RVDL Stellungnahme als PDF-Datei (PDF, 39 KB)


Vom Angstraum zum Wohlfühlort - Der umstrittene Kölner Ebertplatz zeigt sein wahres Gesicht

Nach zwanzig Jahren Pause sprudelt seit dem 14. Juli 2018 die wasserkinetische Skulptur des Künstlers Wolfgang Göddertz endlich wieder! Im Kölner Bilderbuch-Sommer zeigt sich der stark kritisierte Ebertplatz als Wohlfühlort. Der Rheinische Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz begrüßt ausdrücklich das Instandsetzen des Brunnens durch die Stadt Köln. "Mit dem Wasser kommt die Freude zurück auf den Platz", so Geschäftsführer Dr. Martin Bredenbeck, "es herrscht wieder ein buntes Treiben, und der Platz erhält seine Aufenthaltsqualität zurück."


Ebertplatz

Foto: RVDL / Anke von Heyl

Der Regionalverband Köln des Rheinischen Vereins hatte sich im Mai mit der Bitte an die Stadtverwaltung gewandt, man möge einen möglichen Denkmalwert des in den 1970er Jahren als moderne urbane Fläche geplanten Platzes prüfen. Nachdem der bereits in Gang gesetzte Prüfvorgang überraschend gestoppt wurde und es eine hoch-emotionale Diskussion um den „Angstraum“ Ebertplatz gegeben hatte, sah es nicht gut aus für die Anlage, obwohl sie Kennern als herausragende Gestaltung der Nachkriegsmoderne gilt. Noch immer ist davon die Rede, den Platz 2021 komplett umzugestalten, so dass ein wichtiges Zeugnis moderner Stadtentwicklung verschwinden würde. Die Mitglieder des Arbeitskreises Nachkriegsmoderne im Rheinischen Verein setzen auf die Macht der Bilder und auf erlebbare Qualität. Die mehr als 200.000 Euro teure Instandsetzung des Brunnens hat eine sehr deutliche Verbesserung der Platzatmosphäre zur Folge. Genau das war schon 1977 das Ziel des Künstlers Wolfgang Göddertz, der wusste, wie belebend Wasser auf die Nutzer des Platzes wirken würde. Für die Experten aus dem Rheinischen Verein steht der Ebertplatz exemplarisch für einen Platztypus der 1960er und 1970er Jahre, der derzeit an vielen Stellen bedroht ist: abgesenkte, auf mehreren Ebenen verteilte Anlagen, oft mit Sichtbeton gestaltet, oft reich begrünt und mit der erklärten Absicht gestaltet, Verkehrsverteiler zu sein. Solche Gestaltungen prägen den Charakter der modernen Städte entscheidend mit und sind somit identitätsstiftend für mehrere Generationen gewesen. Der Arbeitskreis Nachkriegsmoderne im Rheinischen Verein gibt seiner Hoffnung Ausdruck, dass angesichts der positiven Wandlung vom „Angstraum“ zum „Wohlfühlort“ der Ebertplatz eine zweite Chance erhält und man in der Stadt die Umgestaltung noch einmal überdenkt oder ihre Parameter zumindest neu justiert.


Ebertplatz

Foto: RVDL / Anke von Heyl

Hintergrund

Der 1906 gegründete Rheinische Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz ist eine starke Stimme für Bürgerengagement in der früheren Preußischen Rheinprovinz. Zwischen Niederrhein und Mittelrheintal entlang des Rheins und seinen Nebenflüssen setzt sich der Verein für die Bewahrung, sensible Entwicklung und Vermittlung des reichen Landschafts- und Kulturerbes ein. Mit Führungen und Vorträgen, Tagungen und Workshops, Publikationen sowie Stellungnahmen und Resolutionen wirkt der Verein in die Öffentlichkeit und arbeitet eng mit den Trägern öffentlicher Verwaltung zusammen.


Erhalt des Industriedenkmals Düsseldorfer Gasbeleuchtung


Gaslaterne

Warum es sich lohnt für den Erhalt des Gaslichts in Düsseldorf zu kämpfen

Düsseldorf ist bald die einzige Stadt weltweit, in der es ein funktionierendes Gaslaternennetz gibt. Keine andere Stadt wird auch nur annähernd so markant vom Schein des Gaslichts geprägt wie unsere.

Ein Projekt im RVDL
Förderung der Ziele des Gaslicht-Projektes ist stets sehr willkommen:

Zweckgebundene Spenden, Kennwort "Düsseldorfer Gasbeleuchtung“ bitte ausschliesslich auf das RVDL-Konto bei Sparkasse KölnBonn
IBAN: DE23 3705 0198 0002 2326 50
BIC: COLSDE33