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Der Fritz-Encke-Volkspark in Köln-Raderthal

Fritz Encke und sein Werk

Fritz-Encke-Volkspark
Brunnentempel

Fritz Encke wurde am 5. April 1861 in Oberstedten bei Bad Homburg geboren. Sein Studium an der Königlichen Gärtnerlehranstalt Wildpark bei Potsdam schloss er 1882 als "Gartenkünstler" mit Prädikat ab. Dem Studium schlossen sich Jahre praxisorientierter Tätigkeit an, bis er am 1. April 1890 als hauptamtlicher Lehrer für Landschaftsgärtnerei an die Gärtnerlehranstalt in Wildpark antrat. Als Encke im Herbst 1902 Wildpark verließ - er war inzwischen zum Kgl. Garteninspektor ernannt worden - hatte eine Reform in der Gartenkunst bereits Fuß gefaßt. Diese sollte nunmehr breiten Bevölkerungsschichten der dicht bebauten Wohnquartiere Erholung und ungezwungene Nutzbarkeit bieten.

Als neuer Gartendirektor der Stadt Köln (März 1903) begann für Encke ein neuer Lebensabschnitt, der erst 1926 mit seiner Pensionierung enden sollte. Mit Encke berief die Stadt Köln einen bereits anerkannten Fachmann, der den Reformen in der Gartenkunst aufgeschlossen gegenüberstand und Funktions- und Formwandel im städtischen Grün unterstützte. Er konnte nun seine Gedanken zum sozialen Grün in der Großstadt nach und nach realisieren. Zunächst entstanden im Zusammenhang mit der Bautätigkeit in den Kölner Vororten ab 1904 unter seiner Regie zahlreiche multifunktionale "grüne" Stadtplätze, die meist eine Gliederung in Spielplätze und Schmuckgärten aufwiesen, wie z.B. der Manderscheider Platz, der Erzberger Platz und der im Januar 2001 vom Rheinischen Verein zum Denkmal des Monats ausgerufene Lortzingplatz. Das Besondere an diesen Plätzen ist, dass Encke das "soziale Grün", das erst nach dem Ersten Weltkrieg aktuell wurde, praktisch vorwegnahm. Seine besondere Aufmerksamkeit galt den Blumengärten, da sie den Bewohnern der Mietshäuser den Hausgarten ersetzen sollten.

Ab 1905 schuf Encke mit dem Klettenbergpark seine erste Parkanlage in Köln. Mit dem Vorgebirgspark und dem Blücherpark gelangte dann um 1910 die dem neuen Leitbild eines "Volksparks" verpflichtete Grünanlage zum Durchbruch, die später im Volkspark Raderthal ihre einzigartige Vollendung finden sollte. Im Zusammenhang mit der Auflösung des inneren preußischen Festungsgürtels entstanden die "Grünen Forts", wie der heutige Friedenspark am Fort I (1914-18). Wälle und Gräben wurden weitestgehend erhalten und in Rosen- und Staudengärten mit Kinderspiel- und Sitzplätzen umgewandelt, so beim Fort X.

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges begann in Köln eine in dieser Intensität bisher nicht gekannte Grünpolitik, die durch Aufhebung der Festungseigenschaft und energisches politisches Handeln durch Oberbürgermeister Konrad Adenauer und den Generalbebauungsplan von Fritz Schumacher 1920-23 für das gesamte Stadtgebiet ermöglicht wurde. Innerer und Äußerer Grüngürtel entstanden, damit verbunden die Stadtwalderweiterung, der Sportpark Müngersdorf, Volkspark Raderthal und Anlagen auf den Festungswerken. Encke legte seine freiraumplanerischen Vorstellungen für den linksrheinischen Äußeren Grüngürtel 1925 nieder, die jedoch bis zu seiner Pensionierung nicht verwirklicht werden konnten.


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