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Der Fritz-Encke-Volkspark in Köln-Raderthal

Der historische Volkspark und seine verschiedenen Nutzungsbereiche

Zentrales Kernstück des Volksparks wurde die große Volkswiese, die zum Spielen und Tummeln gedacht war. Zwei rechtwinkelige Hauptachsen, die sich außerhalb des Parks als Straßen oder Sichtachsen fortsetzen sollten, schneiden sich hier rechtwinkelig. Sie bestimmen die völlig rechtwinkelig-symmetrisch gestaltete Anlage. Flankiert wurde die 6,5 ha große Volkswiese an ihren Enden von den vier begrünten Erdwällen. Deren Innenflächen wurden von der Wiese aus erschlossen und dienten als geschlossene Räume mit unterschiedlichen Funktionen. Die beiden nördlichen Innenräume wurden so zu Sandspielplätzen, der südöstliche Ringwall wurde zum begrünten Reigenlatz mit Rosenterrassen umgestaltet. Der südwestliche Wallraum wurde in einen mit Platanen bewachsenen "Leseraum" verwandelt. Im Schutz des Laubdaches konnte man Bücher und Zeitschriften in einem Pavillon ausleihen, diverse Bänke luden zum Lesen ein. Umgeben wurde die Volkswiese von einer allmählich ansteigenden, waldartigen Bepflanzung, die sich nach Westen in einem erhöhten, dichteren Waldstück fortsetzte. Am Ostrand diente ein erhöhter Baumplatz als Aussichtspunkt und bot den Fernblick durch die Waldschneise nach Westen auf die projektierte Waldschänke.

In den Waldpartien beiderseits der Schneise befanden sich zwei weitere Besonderheiten. So schuf Encke im Nordwesten ein Naturtheater, das in der Tradition barocker Heckentheater aus einer Bühne mit Heckenwänden, einem Orchestergraben und einem ansteigenden Zuschauerraum mit Rasenterrassen bestand; südlich der Schneise lag ein 1200 qm großer Spielbereich mit Planschbecken und Sandspielfläche.

Nördlich der natürlich anmutenden Waldparkpartien schlossen sich beiderseits des an der Nord-Süd-Achse  geplanten Volkshauses die beiden Schmuckgärten an. Diese mit reichem Blumenschmuck und Sitzgelegenheiten versehenen Gärten sollten den Großstadtmenschen die Hausgärten ersetzen. Die Blumengärten waren ähnlich aufgebaut. Beiderseits einer durchgängigen West-Ost-Mittelachse lagen die jeweils 15 m breiten Sondergärten. Diese von Mauern und Hecken umschlossenen, mit Lauben, Pergolen und diversen Sitzgelegenheiten versehenen kleinen Räume inmitten der Blumenpracht boten in 50 intimen "Nischen" von ca. 3 qm Größe Platz für 300 Menschen. Durch jeweils spezifische Pflanzengruppen entstanden so zwölf Sondergärten.

Die Mittelachse des westlichen Blumengartens bestand aus drei nebeneinander liegenden Sondergärten: Rosengarten, immergrüner Garten und Staudengarten. Die Mittelachse des östlichen Blumengartens bestand aus einer mit Birken flankierten Rasenfläche, an deren östlichem Ende sich der erhöht liegende Brunnentempel erhob.

Diesem Blumengarten mit seiner "üppigen Blumenwildnis" galt Enckes ganze Liebe, da er die Großstadtmenschen mit so viel Blumen wie nur möglich erfreuen wollte und es als wichtig ansah, die Jugend mit der Vielfalt der Natur vertraut zu machen.

Die Sondergärten wurden dank ihrer Blumenpracht rege besucht und auch der Reigenplatz wurde von zahlreichen Gruppen benutzt, wie historische Aufnahmen belegen. Im Naturtheater fanden nach Berichten von Zeitzeugen noch bis zum Zweiten Weltkrieg Aufführungen statt. Das Volkshaus und die Parkschänke wurden nie gebaut. Anstelle der Schänke entstand 1926/27 das Gebäude des Kölner Senders Raderthal.


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