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Der Fritz-Encke-Volkspark in Köln-Raderthal

Historische Entwicklung

Bis zum Ersten Weltkrieg wurde der Raderthaler Süden von Landwirtschaft und Militär geprägt. Entlang des Militärrings erstreckten sich im Äußeren Festungsgürtel diverse Forts und andere militärische Bauten. Im Gebiet des heutigen Volksparks lag ein Pulvermagazin, das aus mehreren mit Weißdorn bewachsenen Erdwällen bestand, in denen Pulverschuppen standen. Nach den Plänen Konrad Adenauers und Fritz Schuhmachers sollte das ehemalige Rayongebiet in einen Grüngürtel verwandelt werden. Die zu schaffenden Anlagen sollten einen Anreiz zur städtebaulichen Entwicklung geben und gleichzeitig der Erholung und Erbauung der Bevölkerung dienen.

Fritz-Encke-Volkspark

Innenansicht des Brunnentempels


Dem Kölner Gartendirektor Fritz Encke oblag es, die zerklüftete Wildnis in einen Volkspark umzuwandeln. Der Volkspark ist ein intensiv genutzter, in funktionsräumliche Teile (Nutzungsbereiche) gegliederter Park für alle Schichten und Altersstufen der Bevölkerung zur vielfältigen Nutzung und individuellen Freizeitgestaltung. Im Oktober 1923 begann Encke mit der Umgestaltung des Gebietes. Von dem vorhandenen Pulvermagazin beließ er vier Erdwälle, die er in seine Planung mit einbezog.

Es entstand eine 36 ha große und im Stil des Funktionalismus durchgestaltete Anlage. Diese wurde im Norden von der heutigen Sinziger Straße, im Westen von der Hitzeler Straße und im Süden vom Militärring begrenzt. Im Westen und Osten sollten neu angelegte Kleingärten die Begrenzung darstellen. Der von geometrischen Formen und einer strengen Axialität bestimmte Park bestand aus einer großen baumlosen Volkswiese, um die sich die verschiedenen grünen Nutzungsbereiche gruppierten. Umfasst wurde die Anlage von einer Lindenpromenade, an die sich nördlich zwei Sondergärten anschlossen. Ein Volkshaus zwischen den Blumengärten und eine von Kleingärten umgebene Parkschänke am westlichen Ende der Ost-West-Achse sollten das Angebot abrunden. Die separat angelegten Funktionsbereiche sind einander so zugeordnet, daß es zu keiner gegenseitigen Beeinträchtigung kommt. Die von Encke geforderten Grundsätze von vielfältiger Nutzung und künstlerischer Qualität kamen hier - auf dem Höhepunkt seines gartenkünstlerischen Schaffens - überzeugend zum Ausdruck.


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