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Der erste sichere Nachweis über Weinbau am Siebengebirge stammt aus dem 9. Jh. In der Blütezeit des Weinbaus vom 14.-16. Jh. waren die Flächen von den Hängen bis zum Rhein hin mit Reben bestanden.
Das heutige Jugendhofgelände wurde im 12./13. Jh. gerodet und 1329 erstmals im Zusammenhang mit Weinbau urkundlich erwähnt: An dieser Stelle hatte das Zisterzienser-Kloster Heisterbach Rodungen vorgenommen, um am „Heisterberg" Weinbau zu betreiben. Seitdem wurde hier ununterbrochen Wein angebaut. Durch die Jahrhunderte wurden Haus, Hof und Weinberge als „Pfaffenröttchen" bezeichnet. Im Zuge der Verstaatlichung kirchlichen Besitzes (Säkularisation) wurde dieses Weingut 1803 eine Staatsdomäne, die dann 1823 an den Bonner Universitäts-Kurator Rehfues verkauft wurde, der hier einen Landsitz mit Weinschänke errichtete. 1860 kaufte der Fabrikant Caron das Pfaffenröttchen, benannte es in Haus Heisterberg um und baute ein schlossartiges Herrenhaus. Stets gehörten Weinberge zu dieser Liegenschaft. 1919 erstand O. Strauß die Liegenschaft und erweiterte die Weinberge. Haus Heisterberg war Mitglied des Weinbauvereins Siebengebirge und erhielt 1922 ein Ehrendiplom für „musterhafte Weinbergspflege". Von Bedeutung für den Weinanbau war in den dreißiger Jahren die Anlage des „Kellerberger Winzerweges", einem beliebten Wanderweg.
Schließlich erwarb im Jahr 1939 die Preußische Provinzialverwaltung das Anwesen. Bis 1953 bewirtschafteten Gärtner, Erzieher und Zöglinge eines Provinzial-Erziehungsheims den Weinberg. Der Landschaftsverband Rheinland übernahm die Liegenschaft 1953 und wandelte sie in eine Bildungsstätte des Landesjugendamtes um. Von 1953 bis 1967 bewirtschaftete der Winzerverein Oberdollendorf den Weinberg. Danach führte der Jugendhof Rheinland selbst die Bewirtschaftung durch und verkaufte die Trauben einem Weingut vor Ort.
Der Versuch in den siebziger Jahren, den Weinberg im Rahmen der Flurbereinigung „Siebengebirge II" zu einem lebensfähigen Winzerbetrieb zu vergrößern, konnte nicht realisiert werden. Seit 1983 wurde der Weinberg nur noch extensiv gepflegt und war schließlich Ende der neunziger Jahre abgängig. Eine Neuanlage und Weiterentwicklung unter kulturhistorischen Aspekten war die einzige Möglichkeit, um den Bestand dieser historischen Weinbaulage langfristig und nachhaltig sicherzustellen.
Historischer Weinberg "Niederdollendorfer Heisterberg"
Das Projekt - was bisher geschah
Geschichte
Kulturlandschaftliche und ökologische Bedeutung
Weitere Entwicklung