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Sicht auf die Heisterbacher Klosterruine

Veranstaltungen

Jahresmotto 2017 des Regionalverbandes Köln:
100 jähriges Jubiläum "Oberbürgermeister Konrad Adenauer"


Sonntag, 1. Oktober 2017

Führung „Sehen lernen mit dem Rheinischen Verein“
Treffpunkt: 12.00 Uhr, Haupteingang Stadtwald, Dürener Straße/Lindenthalgürtel
Referent: Alexander Hess
Hinweis: ÖPNV-Stadtbahnlinien 7 u. 13 sowie Buslinie 136 bis Haltestelle „Dürener Straße/ Gürtel“
Dauer:
mind. 2 Std.


Kahnweiher in Köln Lindenthal

Kahnweiher in Köln Lindenthal Foto: Thoma (talk), Wkipedia

Auf Adenauers Spuren durch Köln-Lindenthal (Teil II)
Der zweite Teil der Führung auf Adenauers Spuren durch Lindenthal beginnt am Haupteingang des Stadtwalds an der Dürener Straße. Neben dem ehemaligen Wohnhaus Konrad Adenauers in der Max-Bruch-Straße steht vor allem das unter Adenauer angelegte Grün im Fokus der Führung (Stadtwalderweiterung und Äußerer Grüngürtel).

Die Länge der Führung richtet sich nach dem Wetter, dem Interesse und der Größe der Gruppe.


Samstag, 14. Oktober 2017

Führung
Treffpunkt: 15.00 Uhr, Schifffahrtsbrunnen am Wiener Platz, Köln-Mülheim (U-Bahn)
Referent: Dr. Alexander Kierdorf
Dauer: ca. 1,5 Std.

Konrad Adenauer und die Mülheimer Brücke
Mit der 1927-1929 erstmals errichteten Mülheimer Brücke verbindet sich eine der bekanntesten Anekdoten über Konrad Adenauer. Was „dran“ ist an der Geschichte von der listigen Durchsetzung des Hängebrückenentwurfs durch den damaligen Kölner OB wird ebenso erläutert wie die Auswirkung, die der Bau der Brücke auf Mülheims Stadtbild hatte, sowie die architektur- und technikgeschichtliche Bedeutung der ursprünglichen und der nach Kriegszerstörung wieder aufgebauten Rheinquerung.


Samstag, 4. November 2017

Exkursion
Treffpunkte: jeweils Service-Point 8.45 Uhr Bonn Hbf.; 9.15 Uhr Köln Hbf.; 9.55 Uhr Düsseldorf Hbf.
Führungen: Dr. Klaus Siepmann (Kunstservice Düsseldorf); Frau Winckler (Wilhelm-Lehmbruck- Museum Duisburg)
Kosten p.P.: 25,– € Grundpreis für Führungen zzgl. Fahrkarte: Einstieg Bonn und Köln 11,– €; Einstieg Düsseldorf 7,– €. Fahrkarte kann besorgt werden, bitte bei Anmeldung Einstiegsort und entsprechende Fahrkarte ordern.
Anmeldung: bis 20.10.2017 bei Helmut Friedrichs, Tel.: (02137) 80 88, nach Bestätigung Überweisung auf das Konto Helmut Friedrichs wg. RVDL, VR-Bank, IBAN DE 28 3056 0548 2113 0504 14
Hinweis: gemeinsame Mittags- und Kaffee-Einkehr möglich (Selbstzahlung); eine Gemeinschaftsaktion der Regionalverbände Bonn, Köln und Düsseldorf


Wehrhahn-Linie

Wehrhahn-Linie Foto: Hakilon, Wikipedia

Industrieroute Rheinschiene Im Untergrund: U-Bahnhöfe in Düsseldorf und Duisburg
An der Wehrhahn-Linie in Düsseldorf wurde von 2007 bis 2016 gebaut. Architekten und Künstler arbeiteten dabei Hand in Hand, so dass ein Gesamtkunstwerk mit zahlreichen Bezügen zwischen Verkehrsbauwerk im Untergrund und obenstehender Architektur entstand. Doch hat jede der sechs Stationen ihren eigenen Charakter, z. B. die klingende Station von Ralf Brög, die Raumstation von Thomas Ströcker und die Poesie in Neon von Enne Haehnle. Die Duisburger U-Bahnhöfe wurden vor ca. 30 Jahren konzipiert und gleichfalls von namhaften Künstlern ausgestaltet. So hat der Kölner Fotokünstler Thomas Riehle 16 großformatige Schwarz-Weiß-Fotos von Rheinbrücken zwischen Basel und Rotterdam in eine unterirdische Halle eingebracht, die im leichten Schwung und blauer Farbgebung einem mäandrierenden Flusslauf nachempfunden ist. In der Station König-Heinrich-Platz erzählen Gerhard Richter und Isa Genzken auf farbigen Emaille-Platten die Stadtgeschichte Duisburgs, matte Edelstahlplatten verbinden die in einer unterschiedlichen Grundfarbe gehaltenen, verschiedenen Bahnsteigebenen.


Montag, 18. Dezember 2017

Vortrag
Treffpunkt: 19.30 Uhr, Domforum Köln
Referent: Prof. Dr. Walter Buschmann
Teilnahme: kostenfrei

Lich, Luff und Bäumcher – der Siedlungsbau in Köln und im Rheinland 1917 bis 1933
Wie überall in Deutschland war der Wohnungsbau nach 1918 auch in Köln eine der Hauptherausforderungen der folgenden 15 Jahre. Die Weimarer Republik verhieß im Artikel 115 ihren Bürgern, besonders den kinderreichen, bedarfsgerechte Wohnverhältnisse. Licht, Luft und Sonne gehörten zu den Grundsätzen im Wohnungsbau jener Jahre. Köln mit seiner starken Tradition im genossenschaftlichen und gemeinnützigen Wohnungsbau war durch Gründung der GAG als halbstädtische Wohnungsbaugesellschaft 1913 und durch die Eingemeindungen zwischen 1910 und 1914 gut vorbereitet auf diese Aufgabe. Für eine nach diesen Eingemeindungen vergleichsweise geringe Wohndichte der Gesamtstadt mit damals noch stark agrarischem Einschlag entstand nun durch eine umfangreiche Bautätigkeit bis 1933 ein im Unterschied zu dem im 19. Jh. im Siedlungsbau noch propagierten Cottagesystem ein urban geprägter und fast durchgängig bebauter Vorortegürtel. Köln wurde, wie Berlin, Hamburg oder Frankfurt, ein Zentrum des kommunal-gemeinnützigen Wohnungsbaus in Deutschland. Wilhelm Riphahn und einige andere Architekten waren dabei Garanten einer hochklassigen Gestaltqualität im Kölner Siedlungsbau. Die Rheinmetropole lieferte einen bedeutenden Beitrag zum Siedlungswesen in Deutschland und Europa. Es war eine der großen Aufgaben der Baukunst in den 1920er Jahren, der sich Politik und Planer verantwortungsbewusst stellten.


Vorstand

Prof. Dr. Barbara Schock-Werner
Vorsitzende

Dr. Ulrich Krings
Stellvertretender Vorsitzender

Dr. Ulrich Bock

Dr. Helmut Fußbroich

Dipl.-Geograph Alexander Hess

Dr. Alexander Kierdorf

Dipl.-Ing. Thomas Klostermann

Dipl.-Ing. Karla Krieger

Ernst Küchler

Dr. Henriette Meynen

Dipl.-Ing. Kai Nilson

Dr. Gottfried Stracke

Stephan von Wahl

Wolfgang Wegener

(Stand: seit 13.06.2015)


Kontakt

Dr. Ulrich Krings
Vincenz-Statz-Str. 15
50933 Köln
Tel.: (0221) 49 39 98 und 0171 54 10 800
E-Mail:

Prof. Dr. Barbara Schock-Werner
Am Hof 23
50667 Köln
Tel.: (0221) 25 82 144 und 0162 24 43 852
E-Mail:



Aktuelles

Stellungnahme Ellmühle Deutzer Hafen

Stellungnahme Ellmühle (PDF, 781 KB)

Stellungnahme des RVDL Grüngürtel / 1. FC

Grüngürtel, Stellungnahme RVDL (PDF, 301 KB)

Frankfurter Allgemeine Zeitung Nr. 248, Montag, 26. Oktober 2015, Seite 9, Feuilleton

Einstürzende Altbauten
Hau rein:

Schinkels Friedrichswerdersche Kirche ist eines der kostbarsten Baukunstwerke Berlins.
Vom Bauboom bedrängt und schwer beschädigt, droht ihr nun die nächste Zerreißprobe.
Nur selten verirren sich Besucher der Stadt hierher, obwohl jeder Reiseführer weltweit die Friedrichswerdersche Kirche immer noch als Kronjuwel neugotischer Baukunst empfiehlt, von Karl Friedrich Schinkel entworfen und die letzte im Original erhaltene von seiner Hand. Die Kostbarkeiten der Skulpturensammlung des Berliner Klassizismus gab es inklusive, denn die Stiftung Preußischer Kulturbesitz machte aus der Kirche, der die Gemeinde abhandenkam, ein spektakuläres Museum. Die Skulpturen werden hier schon seit drei Jahren nicht mehr gezeigt, sind ins Depot gerettet worden, als es das fragile Kirchenschiff fast zerriss: In unmittelbarer Nachbarschaft begann die Bauwert Investment Group die Grube für die Tiefgarage ihrer „Kronprinzengärten“ auszuheben. Darüber sind nun aufdringlich nah an die Kirche Wohnungen „im gehobenen Segment“ gebaut worden, mit schinkelnden Fassaden und obendrauf einem großen Pool.
Weil garantiert traditionsfrei, hat man extra eine königliche Hoheit gebeten, für den in Leinen gebundenen Werbekatalog ein Vorwort zu schreiben, mit allerlei Schmankerln aus der kaiserlich-preußischen Familienvergangenheit. Jetzt wird es heikel, denn die Schuldfrage wegen der verheerenden Risse und Instabilitäten in der Kirche seit Baubeginn nebenan ist zu vermeiden. Weil nicht nur diese Firma hier baut und die Sache vor Gericht sich nicht nur ewig hinziehen, sondern ausgehen könnte wie das Homberger Schießen. Denn leider wird gerade dort in Berlins Mitte alles um- und umgegraben, was als besonders schütter und darum gefährdet gilt, von der U-Bahn über die Staatsoper und die Museumsinsel bis zum Schloss. Wobei letztere Großbaustelle den Vorbildlichkeitsorden verdiente, da sie als einzige ohne jeden Störfall bisher vorankommt.
Die Bauwert Investment Group jedenfalls reagierte rasch, schloss mit der Landeskirche, der Eigentümerin dieses außerordentlichen Baukunstwerkes, einen sogenannten Nachbarschaftsvertrag: Sie übernahm freiwillig, wie immer wieder gern betont wird, die Notreparaturen. Ins beschädigte Fundament wurde jede Menge Zement gepumpt, um zu verhindern, das Schinkels neugotisches Juwel in den berüchtigten märkischen Sand kippt; die zahlreichen und großen Risse im herrlichen Kreuzrippengewölbe und an den Pfeilern wurden und werden zugeschmiert und übertüncht, auf den Rissen der Bodenplatten liegt Pappe.
Seit drei Jahren schon ist die Museumskirche darum unbetretbar und die Anmutung einer Kathedrale Vergangenheit, denn das Innere ist seitdem und auf unbestimmt lange Zeit nur noch ein Gewirr aus Gerüststreben, die hoffentlich verhindern, dass es die Kirche endgültig zerreißt. Der Aufschrei der Bewunderer und Liebhaber dieser Kirche war leise, bis ins Rathaus oder in die Denkmalschutzbehörde kann er nicht gedrungen sein, nur deren Schweigen zum Skandal ist eine klare Antwort, die kaum Interpretationsspielraum zulässt.
Die deutlichen Bedenken der Landeskirche waren zwar angehört, aber als übertrieben offenbar zu den Akten gelegt worden. Genauso wie die „nicht behandelte mündliche Anfrage Nr. 20“ zur Beschädigung eines unersetzbaren Baudenkmales, eingereicht im Winter 2013 von den Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus. So geht das hier. Der „Architekten- und Ingenieur-Verein zu Berlin“, den es seit 1824 gibt und zu dessen Mitgliedern auch Karl Friedrich Schinkel gehörte, hat eine unmissverständliche, scharfe Protestnote verfasst, die zwar auf der offiziellen Website der Stadtverwaltung zu lesen, aber auch folgenlos geblieben ist. Die Mitglieder klagen an, dass die „skandalösen jüngsten Bauschäden an der Friedrichswerderschen Kirche von Karl Friedrich Schinkel“ niemals hätten auftreten dürfen, und heben unter anderem hervor, dass an Orten wie diesen wegen des schwierigen Baugrundes Tiefgaragen verboten gehörten. Doch nach der linkerhand fürs feine Wohnpublikum so folgenreich gebauten wird jetzt auch noch eine rechterhand der Kirche für das nächste Luxuswohnbauprojekt in die Tiefe gegraben.
Karl Friedrich Schinkel hatte seine Friedrichswerdersche Kirche bis 1831 an der Falkoniergasse erbauen lassen, auf relativ knappem Raum. Auf Wunsch des Königs führte er die gotische Variante seiner Pläne aus, doch ist ihr Innenraum dann doch anders, gewissermaßen klassizistisch geprägte Gotik, mit klaren Formen und Flächen und wunderschönen antikisierenden Details. Und sie ist ein Meisterwerk der Ingenieurkunst Schinkels, der die Lasten der Kirche durch breite, nach innen gezogene Wandpfeiler aufnehmen ließ. Dazwischen, elegant eingefügt, die Emporen mit ihrem schönen Schnitzwerk. Das hielt über Generationen und überstand, wenn auch beschädigt, den Bombenkrieg als eine der ganz wenigen Kirchen Berlins.
Hervorzuheben sind unbedingt – auch wenn diese Rafinesse der Vergangenheit angehört – die einzigartigen Lichtspiele der Chorfenster. Ausgeführt von Schinkel, der ja auch Maler und Bühnenbildner war, strahlten sie ins Innere und machten diese Kirche zum exclusiven lichten Museumsraum, wie ihn die Preußenstiftung zur Jahrtausendwende gestaltet hatte. Doch braucht er natürliches Licht und Sonne von draußen. Früher gab es das auch, viele Maler haben es festgehalten. Früher, als das Viertel drum herum mit Banken und überfüllten Wohnhäusern noch stand. Und eigentlich blieb das so als Voraussetzung für das Gesamtkunstwerk, bis der neue Bauboom auch diese Gegend erreichte.
Denn nie wurden die Chorfenster verschattet, was jedoch die Bauherren der „Kronprinzengärten“ wenig beeindruckte. Licht und Sonne okkupierten sie kurzerhand für die Balkone und Terrassen ihrer betuchten Kundschaft – wer hat, der darf sich nehmen. So viel Frevel muss man schon wollen. Falls Johann Gottfried Schadows weltweit geliebte marmorne Prinzessinnengruppe – Preußens Luise und Friederike Arm in Arm – jemals wieder gefahrlos im musealen Kirchenschiff stehen sollte, wird sie viel Kunstlicht brauchen, um aus Nachbars Schatten herauszuleuchten.
Unsichtbar sind bleibende Schäden. Der lange Zeit stabile Untergrund war Teil von Schinkels ausgetüftelten Bauingenieursystem, das statische Reserven schuf, die sogar den Krieg überstanden. Jetzt aber, warnt tief besorgt Kirchenoberbaurat Matthias Hoffmann Tauschwitz, seien all diese Reserven aufgebraucht. Unsinn, behaupten Besserwisser, weil Schinkel selbst falsch gerechnet habe. Das ist kein Witz, stand sogar in der Zeitung. Und vielleicht ist Schinkels „Ahnungslosigkeit“, was Berliner Baulöwengesinnung anbelangt, der Grund, warum wir nun in Phase II dieses denkmalpflegerischen Sündenfalls eintreten. Denn trotz Gefahr wurde stillschweigend die nächste Tiefgarage genehmigt. Angeblich bedürfe so was gar keiner Genehmigung, heißt es aus Bauboomfachkreisen.
Warum aber tritt an diesem Punkt weder die verantwortliche Senatsbehörde noch der Denkmalschutz auf den Plan? Warum verhindern sie, denen dieses Kleinod anvertraut ist, nicht den nächsten Angriff? Großspurig tönt der Bauherr rechter Hand, die Frankonia Eurobau, mit ihrem Projekt „Von Preußen nach Europa“ (sic!). Stararchitekten haben Wohnklötze der oberen Luxusklasse entworfen, und bei der Präsentation der Pläne rief eine hohe Berliner Beamtin verzückt aus, wie glücklich sich diese Neuberliner schätzen dürften, Schinkel sozusagen vom Sofa aus, im Wohnzimmer, zu genießen.
Weil Landeskirche und Preußenstiftung jetzt doch laut Alarm schlagen, verschickt Frankonia Eurobau forsch eine Stellungnahme, die den Eindruck erwecken soll, sie habe alle Auflagen eingehalten, zudem ein Baugrubenkonzept mit „einem feinausgeklügelten Alarmierungs- und Präventionsablauf entwickelt“, was mit der Landeskirche abgestimmt sei. Nur hat diese die Vereinbarung nicht unterschrieben und vermisst vor allem die Sensoren, die Alarm schlagen sollen, wenn es wieder kracht und reißt.
Dass man in Berlin am Schinkelplatz dem einzig echten historischen Gebäude weit und breit links und rechts historisierende Protzbauten zur Seite stellt, woran das Originale schweren Schaden nimmt, ist eine Groteske mit noch offenem Ausgang. Wenn es ganz dicke kommt, werden auch die feinsten Visitenkarten, die eitel auf die Nachbarschaft zur Friedrichswerderschen Kirche verweisen, nix mehr nützen. Denn dann ist Preußens gotische Elfe nur noch ein Pflegefall auf der Denkmalintensivstation.
Regina Mönch
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16. Juni 2013
Das Projekt einer Kölschen "Via Sacra" in der Diskussion. Kritische Anmerkungen (PDF, 52 KB)
Von Dr. Ulrich Krings

Stellungnahme des Vorstandes des Regionalverbands Köln des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege zu der ‚Via Sacra' (PDF, 19 KB)

15. April 2013
Das Hochhaus des „Ingenieurwissenschaftlichen Zentrums" (IWZ) der FH Köln in Köln-Deutz - Denkmal und Abrisskandidat (PDF, 513 KB)
Von Dr. Ulrich Krings

Presseerklärung zur Charta von Bensberg (PDF, 8 KB)
Von Dr. Reinhard Heinemann


Projekte

Der Klingelpützpark in Köln - ein der sechziger Jahre

Aktuelle Situation für den Park

Für den jüngsten Park mitten im dicht bewohnten Herzen von Köln steht in Kürze eine unveränderbare Beeinträchtigung an. Die Montag-Stiftung mit Sitz in Bonn unterstützen Planungen, rings um den Klingelpützpark Schulen und Bildungseinrichtungen zu vernetzen, und die Stadt Köln beabsichtigt in diesem Zusammenhang auch die Errichtung von Neubauten auf dem Gelände des Klingelpützparks und in unmittelbarer Nähe zur mittelalterlichen Stadtmauer sowie zum Gereonsmühlenturm am Hansaplatz. In jüngster Zeit nun verdichten sich die Anzeichen dafür, dass hier mit großem Druck auf eine bauliche Realisierung gedrängt wird. Die Prämierung eines ersten Preises für die „Bildungslandschaft Altstadt Nord“ im September 2008 hat die Bürger der umliegenden Stadtviertel alarmiert.

Bedeutung des Parks

Der Ortsverband Köln des Rheinische Vereins hat mit seinem Denkmal des Monats September 2008 darauf hingewiesen, dass dieser vor über 40 Jahren geplante grüne Freiraum im Zentrum von Köln eine für stadträumliche Gestaltung zukunftsweisende Bedeutung hatte. Für die Kölner Innenstadt ist es die erste und bislang einzige Parkanlage seit der zunehmenden Verdichtung der Stadt in der Mitte des 19. Jh., die diesen Namen verdient.

Die bedeutendste Grünanlage des 20. Jh. in der Kölner Altstadt geht auf einen bereits 1958 und 1964 gefassten Entschluss des Kölner Stadtrates zurück. Das Land übereignete das mit dem Wegzug des Gefängnisses frei gewordene Gelände 1969 mit der Auflage, darauf eine öffentliche Grünanlage auszubauen. Ausgezeichnete Entwürfe von Bewerbern um den Peter Josef Lenné-Preis haben die großräumige Gestaltung maßgeblich geprägt. Hier soll auf die qualitätvollen Besonderheiten des Parks und seine Integrität und Bedeutung für die umliegenden Viertel und seine bisherige Unversehrtheit hingewiesen werden. Die Auflagen zu dem vom Land übereigneten Gelände haben bislang begehrliche Bauabsichten abgewehrt und Eingriffe in das Gelände verhindert. Dies sollte auch im Hinblick auf die qualitätvolle Gestalt des Parks für die Zukunft gelten, damit dieses außergewöhnliche Geschenk an die Stadt Köln auch der nächsten Generation weitergegeben werden kann. Schließlich beginnt hier mit dem Klingelpützpark der im 20.Jahrhundert immer weiter ausgebaute Grünzug Nord, der nun von der Innenstadt über den Mediapark bis zum Inneren und Äußeren Grüngürtel reicht.

Wesen des Parks

Das Anliegen der Montag-Stiftung, pädagogische Konzepte mit gestalterischen Lösungen zu verbinden, unterstützen wir nachhaltig. Allerdings sollten die Interventionspunkte im Bestand gesucht werden. Sowohl bei der Grund- und Hauptschule Gereonswall (Container) wie auch beim Hansagymnasium (Schulhof) oder beim Abendgymnasium (Mittelbau) gibt es hinreichend Anlass zu Verbesserungen, die auch den Klingelpützpark wieder positiv beeinflussen.

Die prämierten Planungen des Architekten-Teams Feld 72/ PlanSinn aus Wien mit einer „perforierten Randverdichtung" und der Bebauung des Hügels widersprechen dem ursprünglichen Konzept des Parks in fundamentaler Weise und werden vom Rheinischen Verein abgelehnt. Eine Definition von Baufeldern ist nicht gewünscht. Vielmehr soll der Parkcharakter der sechziger und siebziger Jahre erhalten werden. Dessen entscheidende Wesensmerkmale sind:

  • Offenheit zu den umliegenden Vierteln;
  • zeittypische Abgrenzung zu den Rändern mit gestalteten Mauern zur Kyotostraße, die aber nicht den Einblick und nicht den Zugang versperren,
  • die Integration von unterschiedlichen Sichtbetonelementen als zeittypische Gestaltungselemente im Park
  • der Klingelpütz-Schuttberg als Erinnerungsmal und landschaftsbildendes Element mit der großen davor liegenden Freifläche;
  • die planvolle Anlage des Baumbestandes mit Integration des Altbestandes aus den Höfen des alten Staatsgefängnisses;
  • Wegesystem und Nutzungskonzept für alle Altersstufen, da der Park für die umliegenden Viertel Gereonsviertel, Ursulaviertel und Eigelsteinviertel von großer Bedeutung als Ort der Naherholung mit ausgeprägt integrativer und multikultureller Bedeutung ist;
  • das heute in den Park integrierte Baudenkmal des Architekten Karl Hell, die ehemalige Volksschule Gereonswall aus den fünfziger Jahren ist zu bewahren und wiederherzustellen. Eine Entfernung der Container und der verunklärenden Anbauten ist schon lange überfällig. Die Schule galt einmal - heute kaum nachvollziehbar - als Musterbau einer „Punktschule", die sich durch helle Freundlichkeit , Sachlichkeit und Funktionsgerechtigkeit auszeichnete;
  • Erinnerungsort an das alte Klingelpützgefängnis (1834/1838-1969), das den Stadtteil über 100 Jahre geprägt hat;
  • der Ort als Mahnmal für die über 1.000 Menschen, die mit der Guillotine während der NS-Zeit in Köln hingerichtet wurden. Die Grabstätten am Hansaplatz und das Denkmal von Karl Burgeff aus dem Jahre 1979 auf dem Klingelpütz-Schuttberg erinnern daran.

In diesem Zusammenhang hat Prälat Helmut Moll, Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für das Martyrologium des 20. Jh., den Rheinischen Verein gebeten, exemplarisch auf Erinnerungszeichen und Denkmäler für mit Köln verbundene Gewaltopfer aus der Zeit des Nationalsozialismus hinzuweisen, die vor dem Vergessen bewahrt werden wollen: Dieser Bitte möchte sei hier gerne entsprochen und stellvertretend für die Vielen unschuldig zwischen 1933-1945 Hingerichteten der Rechtsanwalt Leo Trouet (1887-1944) genannt, der von der katholischen Partei 1927 für das Amt des Bürgermeisters im Eupener Stadtrat vorgeschlagen wurde. Als praktizierender katholischer Christ und Politiker, für den es keine Koexistenz mit den Machthabern des Nationalsozialismus geben konnte, wurde er am 11. September 1944 von der Gestapo verhaftet, die ihn in das berüchtigte Gefängnis Klingelpütz in Köln verschleppte. Dort wurde er in der Nacht vom 2. auf dem 3. November im Trakt der Gestapo zu Tode geschlagen. Sein Grabmal befindet sich heute auf dem Kölner Westfriedhof. Aus der Fülle der unbekannten Namen sei hier nur stellvertretend dieser eine Blutzeuge genannt. Allein im Jahre 1944 betrug die Zahl der Gefangenen im Klingelpütz mehr als 10.000 Personen.

Stellung des Rheinischen Vereins

Seit dem Denkmalschutzgesetz von 1980 gehören auch Grünanlagen, wenn sie als Kultur und Baudenkmäler Zeitdokumente darstellen zu den erhaltenswerten Kulturdenkmälern. Nach unserer Ansicht besitzt dieser größte Park in der Kölner Altstadt aus stadthistorischen, städtebaulichen sowie gartenarchitektonischen Gründen in hohem Maße Denkmalwert. Die städtische Denkmalpflege, das Amt des Kölner Stadtkonservators, hat auf dem Gelände bzw. unmittelbar angrenzend dem schon Rechnung getragen, indem mehrere Einzeldenkmäler unter Schutz gestellt (gemäß § 3 DSchGNW) und in die Denkmalliste der Stadt Köln eingetragen wurden (Volksschule von Karl Hell aus den fünfziger Jahren sowie die gut erhaltenen Teile der Kölner Stadtmauer mit vorgelagertem Graben und der Gereonsmühlenturm). Zudem sind die letzten Umwandlungen der Grünanlage in enger Absprache mit dem Amt des Kölner Stadtkonservators vorgenommen worden. Da eine Unterschutzstellung der Parkfläche Klingelpützpark insgesamt noch nicht erfolgte, stellte der Rheinische Verein den Antrag, hierfür jetzt das denkmalrechtliche Verfahren gem. § 2 DSchGNW einzuleiten. Nur so kann erreicht werden, dass die schützenswerte Gesamtanlage des Parks mit den charakteristischen Gestaltungselementen der sechziger und frühen siebziger Jahre des 20. Jh. auch in naher Zukunft nach denkmalpflegerischen Grundsätzen bewahrt bleibt und auch bei geplanten Veränderungen im Park der wesentliche Grundcharakter behutsam fortgeschrieben wird.

Gottfried Stracke

 

Literatur

J. Bauer: Grünzug Nord, in: Vom Botanischen Garten zum Großstadtgrün, 200 Jahre Kölner Grün (= Stadtspuren Bd.30), Köln 2001, S.285-288.

H. Meynen: in: Glanz und Elend der der Denkmalpflege und Stadtplanung in Coeln1906-2006. Köln 2006, S.66ff.

H. Moll: Martyrium und Wahrheit, Gießen 2005, S. 114-118 .

 

Weitere Informationen

www.klingelpuetzpark.de


Denkmal des Monats

Der Arbeitskreis „Denkmal des Monats" stellt jeden Monat ein ausgesuchtes Objekt von besonderer denkmalpflegerischer Bedeutung der Öffentlichkeit vor.

August 2017

"Hausgärten im Rheinpark"

Denkmal des Monats August 2017 (PDF, 4 MB)

Mai 2017

"Pachtgärten im nördlichen Inneren Grüngürtel, Köln-Nippes"

Denkmal des Monats Mai 2017 (PDF, 262 KB)

Oktober 2016

"Der Park von Haus Lerbach in Bergisch-Gladbach-Sand"

Denkmal des Monats Oktober 2016 (PDF, 1,44 MB)

April 2016

"Wohnhaus Hauptstraße 352/Ecke Poststraße in Köln-Porz"

Einladung zur Präsentation DdM April 2016 (PDF, 626 KB)

März 2016

„Soldatengrabmal 1870/71“ - Friedhof Melaten

Soldatengrabmal 1870/71 (PDF, 1,11 MB)

Oktober 2015

Mehrfamilienhaus Friesenwall 51 in Köln-Altstadt(Nord)

DdM Mehrfamilienhaus Friesenwall (PDF, 210 KB)

Bericht der Kölnischen Rundschau vom 07.10.2015 (PDF, 404 KB)

September 2015

Gebäude der ehemaligen Strohhutfabrik Silberberg & Mayer
Lotharstraße 14 - 18 in Köln-Sülz

DdM Strohhutfabrik (PDF, 597 KB)

Presse (JPG, 725 KB)

August 2015

Genoveva-Brunnen

Präsentation: Dienstag, 11. august 2015, 17 Uhr

Genoveva-Brunnen (PDF, 5,38 MB)

Juli 2015

Der westliche Brückenkopf der Kölner Südbrücke

Präsentation: Donnerstag, den 23. Juli 2015 , 16 Uhr

DdM Südbrücke (PDF, 6,53 MB)

Juni 2015

Kalkofen am Quirlsberg im Hinterland von Haus Hauptstraße 292 a in Bergisch Gladbach-Stadtmitte

Präsentation: Dienstag, 2. Juni 2015, 15.30 Uhr

mehr (PDF, 2,01 MB)

Januar 2015

Ehemaliges Klarissenkloster in Köln-Kalk

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