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Sicht auf die Heisterbacher Klosterruine

Veranstaltungen

Wir bitten Sie, sich für die jeweiligen Veranstaltungen anzumelden, damit wir Sie über mögliche Terminänderungen informieren können.


Samstag, 15. Juli 2017

Führung: Gartendenkmale in Düsseldorf
Treffpunkt:
14.30 Uhr Rheinpark, Robert-Lehr-Ufer, an der Hochwasserschlange
Dauer: ca. 1,5 Std.
Referenten: Almuth Spelberg (DGGL), Reinhard Lutum (RVDL)
Anmeldung: nicht erforderlich, Teilnahme kostenfrei Kooperationsveranstaltung mit der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur (DGGL)

Der Rheinpark und das Rheingärtchen Erhaltung und Pflege auf der Grundlage eines Parkpflegewerkes
Der großzügige, weiträumig wirkende Rheinpark in Golzheim verlor am 9. Juni 2014 durch den Sturm Ela 209 Altbäume, 134 Bäume konnten aufgrund von baumpflegerischen Maßnahmen erhalten werden. Die räumliche Struktur mit Solitärbäumen und Baumgruppen ist fast verloren gegangen. Ursprünglich 1906 als Kaiser-Wilhelm-Park entstanden, schuf die Stadt nach der Ausstellung GESOLEI von 1926 mit dem heute 21 ha großen Rheinpark eine große Parkanlage direkt am Rhein. Zwischen der Rheinpromenade und den Kastanienreihen entlang der Cecilienallee liegen weiträumige Rasenflächen, welche vom Publikum für Erholung, Spiel und Sport intensiv angenommen werden. Mit seiner seit über 75 Jahren fast unveränderten Gestaltung hat er sich in seiner Benutzung als erstaunlich anpassungsfähig erwiesen. Bei einem geführten Rundgang werden Einzelheiten des für die Erhaltung des Parks wichtigen Parkpflegewerkes erläutert. Das Rheingärtchen, südlich von Rheinpark/Rheinterrasse gelegen, entstand in den Jahren 1927/28. Bis heute ist die Anlage in allen wesentlichen Strukturen fast unverändert erhalten geblieben. Mit einer Größe von nur 5.000 m2 ist das Rheingärtchen eine der kleinsten denkmalgeschützten Anlagen Düsseldorfs.


Samstag, 22 Juli und Sonntag, 23. Juli 2017


Haus Meer

Rheinische Kunststätten: Haus Meer in Meerbusch, H. 530

Parkspaziergänge
Öffnungszeit: 14.00-17.00 Uhr
Treffpunkt: Parkeingang gegenüber Zufahrt Park & Ride-Platz Haus Meer in Meerbusch-Büderich Anmeldung: nicht erforderlich, Teilnahme kostenfrei
Hinweis: ÖPNV Linie U76 Richtung Krefeld, Haltestelle Haus Meer, PKW-Parkplätze nur auf dem P+R-Platz Haus Meer, festes Schuhwerk erforderlich Kooperationsveranstaltung mit dem Förderverein Haus Meer e.V.


Offene Gartenpforte – Der Weyhe-Park Haus Meer, entstanden aus den Anlagen der mittelalterlichen Klostergründung Meer
Die Aktion Offene Gartenpforte geht auf eine Initiative in England aus dem Jahr 1927 zurück. Dort wurde im Andenken an Königin Alexandra der National Gardens Scheme Charitable Trust errichtet. Ziel der gegründeten Aktion war es, attraktive Privatgärten an besonderen Tagen für Besucher zu öffnen und die eingenommenen Eintrittsgelder einem Hilfsfonds für die Krankenpflege zukommen zu lassen. Auf diese Weise sollte das Schöne eines erlebnisreichen Gartenbesuches mit dem Nützlichen einer Wohltätigkeitsveranstaltung verbunden werden. Besucher haben die Möglichkeit, das Parkpflegewerk und seine Umsetzung kennenzulernen oder historische Hintergründe des früheren Kloster- und Schlossgeländes zu erfahren. Der Park wurde ab 1865 nach einem Plan von Joseph Clemens Weyhe (1807-1871) für die Krefelder Seidenfabrikanten von der Leyen realisiert.


Samstag, 19. August 2017


Baumschäden

Führung: Gartendenkmale in Düsseldorf
Treffpunkt:
14.30 Uhr Hofgarten, Maximilian-Weyhe- Allee am Ratinger Tor, nördlicher Bau
Dauer: ca. 1,5 Std.
Referenten: Almuth Spelberg (DGGL) u. Reinhard Lutum (RVDL)
Anmeldung: nicht erforderlich, Teilnahme kostenfrei Kooperationsveranstaltung mit der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur (DGGL)


Der Hofgarten Erhaltung und Pflege auf der Grundlage eines Parkpflegewerkes
Der Sturm Ela hat am Pfingstmontag, 9. Juni 2014, im Hofgarten schwere Schäden verursacht. Prägende Elemente wie die Reitallee, das Lindenrondell und die Maximilian-Weyhe-Allee wurden komplett verwüstet. Insgesamt wurden rund 370 Altbäume durch den Sturm zerstört. Die Planung für eine Wiederherstellung der historischen Parkanlage – denkmal-, natur- und großstadtgerecht – ist in Vorbereitung, aber der Wiederaufbau der historischen Parkanlage wird mehrere Jahre dauern. Bei einem geführten Rundgang werden Einzelheiten des für die Erhaltung des Parks wichtigen Parkpflegewerkes erläutert.


Sonntag, 20. August 2017


Meerbusch-Karte

Rundgang mit Führung
Treffpunkt:
14.00 Uhr, Parkeingang gegenüber Zufahrt Park & Ride-Platz Haus Meer in Meerbusch-Büderich
Anmeldung: nicht erforderlich, Teilnahme kostenfrei
Dauer: ca. 2 Std.
Führung: Reinhard Lutum u. Dr. Rosemarie Vogelsang
Hinweis: ÖPNV Linie U76 Richtung Krefeld, Haltestelle Haus Meer, PKW-Parkplätze nur auf dem P+R-Platz Haus Meer, festes Schuhwerk erforderlich Kooperationsveranstaltung mit dem Förderverein Haus Meer e.V.


Vom mittelalterlichen Klostergarten zum Landschaftspark des 19. Jh.
Im Februar 1166 wurde Kloster Meer gegründet und bestand bis zur Säkularisation 1804. Von der Krefelder Seidenfabrikantenfamilie von der Leyen erworben, entstand aus Resten der Klostergebäude Schloss Meer, in einem von dem Düsseldorfer Hofgarteninspektor Josef Clemens Weyhe 1865 geschaffenen Landschaftspark. Seit der Zerstörung des Schlosses im Zweiten Weltkrieg ist der Park noch zu 70% vorhanden. Hier ist der historisch-kulturelle Mittelpunkt der 1970 entstandenen Stadt Meerbusch. Es ist das Anliegen des gemeinnützigen Fördervereins Haus Meer e.V., den Zustand der Parkanlage sukzessive zu verbessern, das historische Erbe zu erhalten und den Park mit allen baulichen Elementen, wie Teehäuschen, Eiskeller, Immunitätsmauer, den Klosterkellern und der Klosterremise in die Zukunft zu retten.


Samstag, 16. September und Sonntag, 17. September 2017


Meerbusch

Fotos: I. & r.: Rheinische Kunststätten: Haus Meer in Meerbusch, H. 530

Parkspaziergänge
Öffnungszeit: 14.00-17.00 Uhr
Treffpunkt: Parkeingang gegenüber Zufahrt Park & Ride-Platz Haus Meer in Meerbusch-Büderich Anmeldung: nicht erforderlich, Teilnahme kostenfrei Kooperationsveranstaltung mit dem Förderverein Haus Meer e.V.


Offene Gartenpforte – Der Weyhe-Park Haus Meer, entstanden aus den Anlagen der mittelalterlichen Klostergründung Meer
Die Aktion Offene Gartenpforte geht auf eine Initiative in England aus dem Jahr 1927 zurück. Dort wurde im Andenken an Königin Alexandra der National Gardens Scheme Charitable Trust errichtet. Ziel der gegründeten Aktion war es, attraktive Privatgärten an besonderen Tagen für Besucher zu öffnen und die eingenommenen Eintrittsgelder einem Hilfsfonds für die Krankenpflege zukommen zu lassen. Auf diese Weise sollte das Schöne eines erlebnisreichen Gartenbesuches mit dem Nützlichen einer Wohltätigkeitsveranstaltung verbunden werden. Besucher haben die Möglichkeit, das Parkpflegewerk und seine Umsetzung kennenzulernen oder historische Hintergründe des früheren Kloster- und Schlossgeländes zu erfahren. Der Park wurde ab 1865 nach einem Plan von Joseph Clemens Weyhe (1807-1871) für die Krefelder Seidenfabrikanten von der Leyen realisiert.


Samstag, 23. September 2017

Stadtrundgang mit Führung
Treffpunkt:
11.00 Uhr, Neanderkirche, Bolkerstr. 36, Düsseldorf
Anmeldung: nicht erforderlich, Teilnahme kostenfrei
Führung: Johannes Scharnau

Die Evangelischen Kirchen in der Düsseldorfer Altstadt
Als erstes Gotteshaus der reformierten Gemeinde wurde 1684 die Kirche an der Bolkerstraße geweiht. Erst seit 1916 heißt sie Neanderkirche, zu Ehren des Pädagogen und Liederdichters Joachim Neander (1650-1680), nach dem auch das bekannte Tal bei Düsseldorf benannt wurde. Die Neanderkirche entstammt dem frühen Barock. Aufgrund des im Herzogtum Berg vorherrschenden römisch-katholischen Glaubens, dem auch der Landesherr aus dem Hause Pfalz-Neuburg angehörte, und aufgrund der durch die Gegenreformation bestehenden Vorbehalte gegen Protestanten waren protestantische Kirchen nur als vergleichsweise zurückhaltende Kirchenbauten geduldet. Daher durfte die Neanderkirche nur als „Hofkirche" errichtet werden, das heißt im Innenhof einer Blockrandbebauung und somit nicht unmittelbar an einer öffentlichen Verkehrsfläche. Im Zweiten Weltkrieg wurden die an der Bolkerstraße vorgelagerten Häuser zerstört und nicht wieder aufgebaut, so dass die Kirche heute von dieser Seite aus sichtbar ist. Die Berger Kirche war die erste Kirche, die die Lutherische Kirche in Düsseldorf selbst errichtete. Mit dem Bau wurde 1683 begonnen, er war als „Hofkirche" angelegt, also in einen Hinterhof verbannt, da Lutheraner im katholischen Düsseldorf seinerzeit lediglich geduldet wurden. Seitlich grenzt sie an die Wallstraße. Nach der Fertigstellung der Johanneskirche 1881 war sie nicht mehr der Mittelpunkt des Gemeindelebens, sondern wurde nur zu besonderen Anlässen genutzt. Die Saalkirche wurde aus rotem Backstein in Sichtziegelmauerwerk errichtet. Die heutige Außenansicht entspricht dem Erscheinungsbild der Entstehungszeit. Sie zeigt einen äußerst schlichten Bau in späten Formen der deutschen Renaissance. Die Innenausstattung hingegen wurde im Barock überformt. 1943 wurde die Berger Kirche durch Kriegseinwirkungen weitgehend zerstört. Die in den 1960er Jahren wieder aufgebaute und 1966 neu eingeweihte Kirche steht seit 2003 der Diakonie zur Verfügung, der Innenraum wurde von dem Frankfurter Künstler Tobias Rehberger neu gestaltet.


Vorstand

Reinhard Lutum
Vorsitzender

Hilmar Czerwinski
Stellvertretender Vorsitzender

Dr. Rosemarie Vogelsang
Denkmalpflege Meerbusch, Gartendenkmalpflege

Helmut Friedrichs
Veranstaltungen, Exkursionen, Jahresprogramm

Wolfgang Haase
Schriftführer, Landschaftsschutz Kreis Mettmann

Markus Kühl
Landschaftsschutz Kreis Neuss


Kontakt

Reinhard Lutum
Tel. (02132) 96 07 20


Projekte

Hofgarten-Kö-Bogen in Düsseldorf

Vorbemerkung

Der RVDL begrüßt – nach wie vor – grundsätzlich eine städtebauliche Neugestaltung des Innenstadtbereiches um den Jan Wellem-Platz. Es erscheint grundsätzlich richtig, die städtebauliche Neuordnung an dieser Stelle durch eine Bebauung zu erreichen, sowie die Königsallee mit dem Hofgarten besser zu verbinden. Dass dabei die stadträumlich bedeutenden Baudenkmäler im Planungsbereich sowie dessen Nahbereich und das Gartendenkmal "Hofgarten" nicht ihrer Bedeutung und Wirkung beraubt werden dürfen, sollte selbstverständlich sein.

Das Baudenkmal Hochstraße am Jan-Wellem-Platz ist zu erhalten. Gemäss § 3 Abs. 1 BauGB ist eine alternative Planung in den Grundzügen darzustellen, das ist bislang nicht geschehen. Auch sind die jeweiligen Kosten zumindest für die Verkehrsanlagen (einschl. einer Variante Erhaltung der Hochstraße) zu ermitteln und einander gegenüberzustellen. Nach derzeitigem Kenntnisstand dürfte unter Berücksichtigung der hohen Kosten der vorgestellten Planung und ihrer Auswirkungen auf öffentliche Haushalte und auf die städtebauliche und verkehrliche Situation im Innenstadtbereich die Abwägung aller Belange zugunsten alternativer Lösungsvorschläge und der Erhaltung des Tausendfüßlers ausfallen.
Es ist nicht akzeptabel, dass das Verkehrskonzept, als ein wesentlicher Bestandteil der Planung, im Vorfeld des Bebauungsplanverfahrens entschieden wurde und damit die Mitwirkung der Bürger gem. § 3 BauGB eingeschränkt wird, sowie Träger öffentlicher Belange durch städtische "Vorentscheidungen" gebunden werden sollen.

Anregungen

• Der Nord-Süd-Tunnel wird nicht gebaut und das Baudenkmal "Tausendfüßler" bleibt erhalten und wird Instand gesetzt. Des weiteren wird die gestalterisch herausragende und verbindende Wirkung der Hochstraße durch Nutzung, Unterhaltung und Pflege des Baudenkmals ($ 7 DSchGNRW) gewährleistet.

• Der Süd-Nord-Tunnel wird aus dem Hofgartenbereich und soweit zurückgenommen, dass die Zufahrt zum Schauspielhaus und zum Dreischeibenhaus erhalten bleiben kann.

• Die Baufelder 4, 5 und 6 sind in ihrem stadtbau-historischen Kontext einer kritischen Prüfung zu unterziehen. In Süd-Nordrichtung hat die räumliche Wirkung des Baudenkmals Dreischeibenhaus Priorität. Die fussläufige Verbindung vom Corneliusplatz zum Gustav-Gründgens-Platz muss mit dem Freiraum zwischen Kö-Bogen 1. BA und Baudenkmal Schauspielhaus verknüpft und nicht durch Baumasse verstellt werden.

• Baufeld 8 ist am Baudenkmal Johanneskirche (Umgebungsschutz) stadträumlich inakzeptabel.

• Die Selbstbindung der Kommune mit der Satzung zum Schutz des Hofgartens (Ortsrecht 68.101) ist in den vorgestellten Plänen nicht erkennbar. Es wird angeregt, das Gartendenkmal Hofgarten nicht weiter durch neugestaltende Eingriffe zu entwerten. Stattdessen müssen bei "Weyhegerechter", also denkmalgerechter Wiederherstellung an der Hofgartenstrasse Böschungen mit oberhalb verlaufenden Wegen und adäquater Bepflanzung hergerichtet werden. Daher ist bei der weiteren Planung eine enge Abstimmung mit der Gartendenkmalpflege und dem Fachamt (LVR_Amt für Denkmalpflege im Rheinland) erforderlich. Dies ist auch für die Wahrnehmung und Unterscheidung der historischen von den neu zu schaffenden urbanen Grünelementen erforderlich.

• Die geplanten sog. "Ramblas" als ergänzende urbane Flanier- und Grünelemente sind mit denen in Barcelona nicht vergleichbar. Denn diese bilden eine urbane Achse zwischen dem Hauptplatz von Barcelona und dem alten Hafen, während hier die neue Allee weder einen signifikanten Ausgangs- noch Endpunkt hat. Sie ist eine in der Dimension störende Konkurrenz zu den vorhandenen und behutsam zu ergänzenden historisch gewachsenen Grün- und Freiräumen.

Stellungnahme zu 1. BA vom 02.06.2008
Bebauungsplan Nr. 5477/123, Kö-Bogen, 1. BA

Der Regionalverband Düsseldorf/Mettmann/Neuss des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Landschaftsschutz gibt zur öffentlichen Entwurfsauslegung gemäߧ 3 (2) Baugesetzbuch -BauGB- folgende Stellungnahme ab:

1. Vorbemerkung

Der RVDL begrüßt – nach wie vor – grundsätzlich eine städtebauliche Neugestaltung des Jan Wellem-Platzes. Ebenso erscheint es grundsätzlich richtig, die städtebauliche Neuordnung an dieser Stelle durch eine Bebauung zu erreichen sowie zu versuchen, die Königsallee mit dem Hofgarten besser zu verbinden. Leider werden durch den jetzt vorgelegten Planentwurf respektive seine Begründung das Gartendenkmal „Hofgarten" und das Baudenkmal „Tausendfüßler" ihrer denkmalpflegerischen und stadtbildprägenden Bedeutung und Wirkung beraubt; damit zusammenhängende Bodeneingriffe zerstören, nach aktuellem Planungsstand, bedeutende historische Schichten des Stadtgrundrisses.

2. Bedenken und Anregungen

2.1 Maß der baulichen Nutzung

Es bestehen erhebliche Bedenken gegen die bis zu den dem Hofgarten zugewandten Baulinien der Kerngebiete MK 2 und MK 3 zulässige VI-Geschossigkeit respektive eine Bauhöhe von 62,5 m über NN. Das Gartendenkmal „Hofgarten" würde bei einer Realisierung dieser Bebauung eine nicht hinnehmbare Beeinträchtigung erfahren. Soweit der historische Stadtgrundriss mit ein städtebauliches Gestaltungsziel darstellt, wird die „alte" Raumkante der Hofgartenstraße negativ interpretierend zu Ungunsten des Hofgartens und seiner stadträumlichen Wirkung verschoben. Dies dient ausschließlich der Vermehrung von Bauvolumina. Die Anregung des Rheinischen Amtes für Denkmalpflege vom 01.12.2006 (Az. 06-15305.do), die stadträumliche und architektonische Gestaltung durch Wettbewerbe zu erreichen, hat durch den aktuellen Planungsstand an Bedeutung gewonnen. Da die Stadt Düsseldorf den internationalen Rang des Plangebietes zwar betont, aber die Grundlage eines „Masterplans" zur Entwicklungssteuerung vermeidet, wird deshalb angeregt, die Geschossigkeit ab den dem Hofgarten zugewandten Baulinien auf eine Tiefe von mindestens 4 m auf mindestens III maximal IV und ab des 4 m-Abstandes auf maximal V und nach weiteren 4 m auf maximal VI bei einer maximalen Bauhöhe wie die des Gebäudes Königsallee Nr. 4 festzusetzen.

2.2 Bauweise, überbaubare Grundstücksflächen

Es bestehen Bedenken gegen die Nicht-Festsetzung einer Bauweise. Es würde damit die offene Bauweise gelten, die der städtebaulich gewollten Struktur widerspräche. Es wird daher angeregt, für alle Kerngebiete die geschlossene Bauweise festzusetzen. Es bestehen erhebliche Bedenken gegen die Aufteilung der oberirdischen überbaubaren Grundstücksflächen für die Kerngebiete MK 2 und MK 3, da sie mit nur zwei Blöcken das Gartendenkmal „Hofgarten" in einer denkmalunverträglichen Weise – zumal in Kombination mit den bislang geplanten maximal zulässigen Gebäudehöhen bis zu den dem Hofgarten zugewandten Baulinien – „bedrängen" und darüber hinaus eben nicht der in der Begründung angeführten historischen Stadtkante entsprechen. Die Lage der „Lücke" zwischen MK 2 und MK 3 entbehrt jeder städtebaulichen Sinnfälligkeit, eine städtebaulich prägnante Sichtachse wie z. B. in Richtung Johannes-Kirche wird damit nicht gebildet. Es wird daher angeregt, die Gesamtflächen von MK 2 und MK 3 in mindestens drei, besser vier Blöcke aufzuteilen und entsprechend drei oder vier voneinander getrennte oberirdische überbaubare Grundstücksflächen unter Beachtung städtebaulich sinnvoller – nicht zwangsweise historischer – Sichtachsen festzusetzen. Auf die Zulässigkeit von die einzelnen Kerngebiete verbindenden Bauteile ist dabei zu verzichten. Weiterhin bestehen Bedenken gegen Festsetzung von Straßenbegrenzungslinien zur Abgrenzung der Kerngebiete MK 1, MK 4, MK 5, MK 6, MK 7. Es wird nicht erkenntlich, ob und wie die Bebauung dem Straßenraum zugeordnet ist. Es wird daher angeregt, die Straßenbegrenzungslinien durch Baulinien zu ersetzen, da nur so die vorhandenen und künftigen städtebaulich gewollten Straßenräume gewährleistet werden. Die Baulinien sind dann zugleich Straßenbegrenzungslinien.

2.3 Verkehrsflächen

Es bestehen erhebliche Bedenken gegen die Richtung Norden aus dem geplanten Tunnel führende Rampe, da hierdurch die bisher die beiden Teile des Hofgartens verbindende – und denkmalpflegerisch vertretbare – so genannte Jägerhof-Passage entfällt. Der Ersatz durch eine weiter südlich geplante oberirdische, d. h. auf Straßenniveau liegende Fuß- und Radwegquerung ist bei der verkehrlichen Bedeutung der Nord-Süd-Achse für alle Verkehrsteilnehmer mehr als unzumutbar.
Es wird daher angeregt, entweder auf die Rampenrespektive Tunnellösung zu verzichten und die Jägerhof-Passage beizubehalten oder den Tunnel weiter nach Norden zu verlängern und die Rampe erst nördlich der kreuzenden Jägerhofstraße anzuordnen – eine niveaugleiche Kreuzung ist nicht erforderlich, was in einem Gesamtverkehrskonzept darstellbar wäre – und dabei die Jägerhof-Passage, weiterhin die Richtungsfahrbahn von Norden nach Süden unterquerend, über den verlängerten Tunnel zu führen.

2.4 Grünflächen

Es bestehen Bedenken gegen die Inanspruchnahme von Teilen des Hofgartens und seiner derzeitigen Fußgängerpassage zur Ostseite der Königsallee zugunsten einer Tiefgaragenzufahrt für die Kerngebiete MK 2 und MK 3. Weder der Systemschnitt A-A noch sonstige zeichnerische Festsetzungen oder Erläuterungen zeigen, ob die Tiefgaragenzufahrt an dieser Stelle bereits unter dem heutigen Niveau der dortigen Wegeflächen des Hofgartens liegt oder wie der Übergang von der in der Plangrundlage mit „Corneliusplatz" bezeichneten Fläche zum Hofgarten erfolgen soll. Damit wird in das Gartendenkmal eingegriffen ohne eine denkmalverträgliche „Kompensation" aufzuzeigen. Die Eingriffe in das Bodendenkmal sind deutlich in der Stellungnahmen des Rheinischen Amtes für Bodendenkmalpflege vom 20.11.2006 (Az. 333.45-24.1/05-017) dargestellt. Warum der aktuelle Planungsstand die Anregungen wichtiger Träger Öffentlicher Belange ignoriert oder bereits in der Entwurfbegründung versucht zu überwinden, ist der Planoffenlage nicht zu entnehmen. Die umfangreichen Eingriffe in das Bodendenkmal erst bei Planrealisierung bewerten zu wollen ist eine einseitige Risikoverlagerung zuungunsten des archäologischen Kulturgutes. Weder Umweltbericht noch Entwurfsbegründung geben hier plausiblen Aufschluss. Der RVDL empfiehlt dringend, keine Abwägungsdefizite zu riskieren, wenn in der Entwurfsbegründung schon das Abwägungsergebnis, einseitig zugunsten der Planung, vorweggenommen wird.
Es wird deshalb angeregt, in dem dargestellten Bereich Geländeschnitte und/oder entsprechende Nebenzeichnungen mit Festsetzungswirkung in den Bebauungsplan aufzunehmen und diese mit der Denkmalbehörde und den Fachämtern des LVR (Rheinisches Amt für Denkmalpflege und Rheinisches Amt für Bodendenkmalpflege) abzustimmen. Generell lässt der aktuelle Planungsstand eine Auseinandersetzung mit den relevanten Details der Bau-, Garten- und Bodendenkmäler vermissen. Die Planung schafft neben unnötigen Zwängen z. B. der unbewältigten Topografie, der offenen Antworten der Düsselspezifika etc., Konfliktpotential.
Dies darf, auch bezogen auf die Bedeutung des Planungsareals, nicht erst nach dem Satzungsbeschluss in anderen Fachplanungen zu bewältigen versucht werden.

2.5 Mit Geh- Fahr- und Leitungsrechten zu belastende Flächen

Es bestehen Bedenken gegen die Festsetzung von „GF-Flächen" in den Kerngebieten MK 2 und MK 3, da diese im Plan nicht mit „GF" gekennzeichnet sind.
Es wird deshalb angeregt, entsprechend der zeichnerischen Randsignatur die Kennzeichnung „GF" nachzuholen und dies auf die unter 2.2 angeregten drei bis vier Sichtachsen auszudehnen. Es bestehen erhebliche Bedenken gegen die Festsetzung von „GFL-Flächen" auf Teilen des Hofgartens. Es ist nicht ersichtlich, warum Flächen des Gartendenkmals für insbesondere Leitungsrechte und dazu außerhalb von vorhandenen Wegen neu zur Verfügung gestellt werden sollen. Sollten derartige Rechte bereits bestehen, ist die Festsetzung unnötig, da sie auf die Zukunft („zu belasten", nicht „belastet") gerichtet wäre. Für die Unterhaltung des Gartendenkmals „Hofgarten" sind mit Fahrrechten zu belastende Flächen, die sich allenfalls auf vorhandene Wege beschränken könnten, ebenfalls unnötig, da die in den Bebauungsplan einbezogenen Bereiche als öffentliche Grünfläche festgesetzt sind.
Es wird deshalb angeregt, die Festsetzung von „GFL-Flächen" im Bereich des Hofgartens ersatzlos zu streichen.

2.6 Allgemeines

Es bestehen Bedenken gegen die Schwarz-Weiß-Fassung des Bebauungsplanes.
Es wird deshalb angeregt, den Plan farbig gemäß Planzeichenverordnung 1990 zu erstellen, damit der Planinhalt sowohl für die Entscheidungsträger als auch für die Bürgerschaft verständlich wird.

3. Nachsatz

Der RVDL widerspricht erneut dem in der Gesamtplanung vorgesehenen Abriss des Baudenkmals „Tausendfüßler". Dieses Bauwerk als wichtiger Zeitzeuge einer Verkehrsplanung und einer Gattung von Verkehrsbauten verhindert keinerlei städtebauliche Neuordnung; weder die des Jan Wellem-Platzes noch die des so genannten Kö-Bogens noch die der Schadowstraße. Für keinen dieser Bereiche und schon gar nicht für die nördliche Berliner Allee und das Umfeld der Johannes-Kirche besteht eine Notwendigkeit einer städtebaulichen Neuordnung mit ergänzenden Neubauten, die den Abriss der Hochstraße bedingt.
Der RVDL bittet um Berücksichtigung seiner Anregungen im weiteren Planverfahren und steht für ergänzende und erläuternde Gespräche gern zur Verfügung. Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz

RVDL, Statement Düsseldorf, Tausendfüssler (PDF, 51 KB)

Stellungnahme_RVDL_08.07.2011 (PDF, 53 KB)

In den Planverfahren KÖ-Bogen wurden von Politik und planender Verwaltung Anregungen eines großen Kreises interessierter Bürger und bürgerschaftlicher Gruppen ignoriert.
Verlierer waren das technische Baudenkmal Tausendfüßler und das Gartendenkmal Hofgarten. Die o.a. Stellungnahmen und Statements sind nur ein kleiner Teilausschnitt zu den Diskussionen um in Düsseldorf KÖ-Bogen/Jan-Wellem-Platz/Hofgarten in Düsseldorf.

Die Inititive „lott stonn“, in der der RVDL mitwirkt, hat in der ersten Jahreshälfte 2015 die umfassende Dokumentation
Der Düsseldorfer Tausendfüßler - Auseinandersetzung mit dem Erhalt der Hochstraße und die Kö-Bogen-Planung herausgeben. Darin enthalten sind Beiträge, weitere Stellungnahmen, Appelle und auch der unbe-antwortet gebliebene Brief des RVDL an den für Städtebau und Denkmalpflege zuständigen Minister. Das Inhaltsverzeichnis gibt eine Übersicht:

Dokumentation lott stonn, Inhaltsverzeichnis (PDF, 0,98 MB)

Hofgarten-Kö-Bogen II in Düsseldorf
Die weitere Entwicklung am Gustaf-Gründgens-Platz

Mit der Bezeichnung Kö-Bogen II planen Stadt, Verwaltung und Investoren weitergehende Verän-derungen im Bereich des Denkmalensembles Hofgarten - Dreischeibenhaus - Schauspielhaus.
Hier die grundlegende Stellungnahme des RVDL-DMN

Stellungnahme des RVDL-DMN,KöBogen II,Gustav-Gründgens-Platz 2014 (PDF, 122 KB)

Die Stellungnahmen im Planverfahren siehe bei "Stellungnahmen"


Stellungnahmen

Öffentlichkeitsbeteiligung gemäß § 3 Abs. 1 BauGB in den Verfahren:

1.) Bebauungsplan Kirchberg Nr. 14 „Ortseingang“
2.) Änderung des Flächennutzungsplans „Gewerbefläche Ortseingang Kirchberg“
3.) Änderung des Flächennutzungsplanes im Stadtteil Kirchberg "Umwandlung von Gewerbefläche in Grünfläche im Süden von Kirchberg"

Stellungnahme (PDF, 60 KB)

Öffentlichkeitsbeteiligung gemäߧ 3 (1) Baugesetzbuch -BauGB-, im Verfahren Kö-Bogen 2. BA - Änderung Teilbereich südlich Gustaf-Gründgens-Platz (01/007) im Stadtbezirk 01

Anschreiben Landeshauptstadt Düsseldorf (PDF, 423 KB)
Stellungnahme (PDF, 58 KB)