Werden Sie gemeinsam mit uns aktiv für Baukultur, Denkmalpflege und Kulturlandschaft!

Sicht auf die Heisterbacher Klosterruine

Das Einzugsgebiet des Regionalverbandes Cochem-Zell umfasst den Landkreis Cochem-Zell rechts und links der Mosel zwischen Pünderich im Süden und Moselkern im Norden und Ulmen im Westen sowie Blankenrath im Osten mit 90 Kleinstädten und Dörfern und nur 62.000 Einwohnern. Der Regionalverband hat rund 100 Mitglieder.

Veranstaltungen

Auskünfte zu den Exkursionen:
Dieter Rumpenhorst, (02672) 71 04
Gerhard Schommers, (06542) 222 85


Montag, 6. November 2017


Der Regionalverband Cochem-Zell des Rheinischen Vereins trifft sich zur Mitgliederversammlung

Zur jährlichen Mitgliederversammlung lädt der Rheinische Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz, Regionalverband Cochem-Zell,

am Montag, 6. November 2017 um 18 Uhr
in die Gaststätte „Onkel Otto“, Pommern, Lindenstr. 13,


ein.

Nach dem Rückblick auf das Vereinsjahr 2017 und der Vorschau auf die Veranstaltungen in 2018 erfolgt eine Neuwahl des Vorstandes.

Dieter Rumpenhorst wird zum Abschluss der Versammlung einen Vortrag zum Thema „Römische Gläser – Luxusware, leicht zerbrechlich“ halten. Der Vortrag wird untermalt von entsprechendem Bildmaterial.

Zu der Veranstaltung sind alle, auch Nichtmitglieder, die sich für die Geschichte und Kultur unserer Region interessieren, herzlich eingeladen.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.


Vorstand

Dipl.-Ing. Dieter Rumpenhorst
Vorsitzender

Alfons Friderichs
stellv. Vorsitzender

Bernhard Kaufmann

Gerhard Schommers
vereinsinterne Kommunikation/Öffentlichkeitsarbeit

Manfred Dietzen
Beisitzer

Josef Klinkner
Beisitzer

Franz Josef Wendling
Beisitzer


Kontakt

Dipl.-Ing. Dieter Rumpenhorst
Tel.: (026 72) 71 04
Fax: (026 72) 71 54

Alfons Friderichs
Waldbornstr. 14
56856 Zell-Mosel
Tel. (06542) 4814

Bernhard Kaufmann
Bergweg 1
56254 Moselkern
Tel. (02672) 1311

Gerhard Schommers
Im Bungert 3
56858 St. Aldegund
Tel. (06542) 22285

Manfred Dietzen
Finkenweg 11
56759 Kaisersesch
Tel. (02653) 7842

Josef Klinkner
Schulstr. 4
56759 Kaisersesch
Tel. (02653) 1364

Franz Josef Wendling
Auf Schiels 16
56859 Bullay
(06542) 901641


Aktuelles

2016

November 2016
Nicolaus Cusanus - von der Mosel an den Tiber (PDF, 1,06 MB)
Ein Bericht von Heinz Kugel

Oktober 2016
Der Rheinische Verein besuchte Kaisersesch (PDF, 764 KB)
Ein Bericht von Gerhard Schommers

September 2016
Rheinischer Verein besuchte die "Fraukirch" in der Pellenz (PDF, 353 KB)
Ein Bericht von Gerhard Schommers


Der Rheinische Verein besuchte Bruttig-Fankel


Fankel 2017

Fankel 2017

Der Rheinische Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz, Regionalverband Cochem-Zell, hatte zu einem Besuch der Doppelgemeinde Bruttig-Fankel eingeladen. Über vierzig Teilnehmer erlebten einen hoch interessanten Spätnachmittag mit dem ehemaligen Bürgermeister Manfred Ostermann als kenntnisreichen Referenten. Bereits 2016 hatte der Rheinische Verein den Ortsteil Bruttig besucht. Aber für die Vielzahl an Sehenswürdigkeiten reichte ein Abend nicht. So startete die Gruppe in Bruttig um zunächst die am südlichen Rand von Bruttig gelegene „Fausenburg“ aus dem 17. Jahrhundert zu besuchen. Betroffen lauschten die Teilnehmer den Ausführungen von Manfred Ostermann zu den teilweise noch vorhanden Baracken auf dem Damm der nie fertig gestellten Bahnlinie. Anfang 1944 sollte der Tunnel zwischen Treis und Bruttig als „Fabrik für kriegswichtiges Material“ genutzt werden. Die zu diesem Zweck aus anderen Lagern nach Bruttig transportierten Häftlinge lebten und arbeiteten dort unter menschenunwürdigen Verhältnissen.


Fankel Collage

Bruttig und Fankel sind durch ihre Neubaugebiete heute nahezu übergangslos zusammen gewachsen. Die Vielzahl an historischer Bausubstanz in Fankel ist einmalig und zum größten Teil liebevoll gepflegt. Ein Gang durch die Brunnenstraße ähnelt einem Freilichtmuseum mit Bauten aller Stil-Epochen angefangen bei der Romanik. Zu diesem Ensemble hoch interessanter Bauten tragen die Hof- und Herrenhäuser ab dem 14. Jahrhundert bei. Ortsbildprägend ist das ehemalige Rathaus, das in seiner Funktion als „Spielhaus“ eher den heutigen „Dorfgemeinschafts-Häusern“ vergleichbar ist. Dem bestens erhaltenen Rathaus benachbart ist die Pfarrkirche „Maria Himmelfahrt“. Vom Vorgängerbau aus dem 13. Jahrhundert ist noch der spätromanische Turmschaft erhalten als Teil der ehemaligen Wehrkirche. Ein Erdbeben im Jahr 1356 zerstörte die Kirche. Das führte ab dem Ende des 14. Jahrhunderts zu einem gotischen Neubau der 1445 geweiht wurde. Ein Gang über den Friedhof ist lohnend. Man findet dort eine Reihe großformatiger Grabplatten adeliger Bürger und zahlreiche Basalt-Grabkreuze mit Inschriften ab dem 14. Jahrhundert im Gedenken an die „einfache“ Fankeler Bürgerschaft.

Gerhard Schommers


Rheinischer Verein auf den Spuren der Sponheimer


Sponheim

Der Rheinische Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz, Regionalverband Cochem-Zell, hatte zu einem Besuch des Ursprungs der Grafen von Sponheim in den unweit des Nahetals gelegenen Orten Sponheim und Burgsponheim eingeladen.

„Spanheim“ war der ursprüngliche Name des Geschlechts – erst im späten Mittelalter änderte sich der Name in Sponheim. Nico Gäns vom Freundeskreis der Burg Sponheim führte kenntnisreich zunächst zur „Urzelle“, der Burg Sponheim. Die 1127 erstmals in einer Urkunde erwähnte Burg wurde vom spanischen Feldherrn Spinola 1620 zerstört. Sie dehnte sich einst hundert Meter über den Bergsporn. Erhalten sind heute der Rest eines Turms der Burgmauer und mächtig steht der unzerstörte Wohnbergfried mit einer Höhe von 22 Metern über dem Dorf. Der aus mächtigen Sandsteinquadern mit einem Gewicht von vielfach mehr als einer Tonne erbaute Bergfried sieht auch nach rund 800 Jahren aus als sei er erst gestern erbaut worden. Oberhalb des Dorfes Sponheim steht der beeindruckende Bau der dem hl. Martin geweihten Klosterkirche. Die Grafen von Sponheim finanzierten 1101 einen prächtigen Umbau der 1044 erstmals erwähnten Kirche zu einer Klosterkirche mit den notwendigen Klostergebäuden, geschützt durch eine hohe Mauer.1291 erfolgte die Weihe der Kirche mit vier Altären. Der romanische Bau ist in seiner Ursprünglichkeit erhalten. Sogar der aus kleinen dekorierten Tonziegeln bestehende Fußboden im Chor und vor dem St.Martins-Altar ist nach rund 800 Jahren noch zu bestaunen..


Sponheim, Kirche

Sponheim, Collage Kirche

Der wohl berühmteste Abt des Klosters war ab 1482 der Gelehrte Johannes Trithemius, aus Trittenheim an der Mosel stammend. Neben dem wirtschaftlichen Aufschwung des Klosters schuf Trithemius eine einzigartige Bibliothek aus rund 2000 Büchern, zur damaligen Zeit ein Riesenvermögen. 1569 erfolgte die Auflösung des Klosters im Zuge der Reformation – aber schon 1689 zogen wieder Mönche unter dem Schutz der spanischen Armee ins Kloster ein. 1802 erfolgte zur napoleonischen Zeit die endgültige Aufhebung des Klosters. Die Mehrzahl der Klostergebäude verfiel, die Kirche blieb erhalten und zeigt sich heute nach einer umfangreichen Restaurierung in den Jahren 2006 – 2008 in „alter Pracht“. Ein Besuch lohnt sich immer. Informationen im Internet unter www.klosterkirche-sponheim.de

Gerhard Schommers


Der Rheinische Verein besuchte das „9-Maare-Dorf“ Schalkenmehren


Besucher in Schalkmehren

Der Rheinische Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz, Regionalverband Cochem-Zell, hatte zu einem Besuch des „9-Maare-Dorfes“ Schalkenmehren eingeladen. Als Referent konnte Hartmut Flothmann, Kulturwart des Eifelvereins Schalkenmehren, gewonnen werden der kenntnisreich durch die Gemeinde mit ihren vielen Sehenswürdigkeiten führte.

Schalkenmehren, etwa vier km Luftlinie südöstlich von Daun gelegen, knapp 600 Einwohner, auf 425 m Meereshöhe liegend ist ein wahrer Touristenmagnet – nicht nur wegen seiner einmaligen Maar-Landschaft, auch wegen der vielfältigen und allen Ansprüchen genügenden Gastronomie und Hotellerie. Zur Gemeinde gehören die weltweit bekannten Maar-Seen wie das Schalkenmehrener Maar, ein Doppelmaar entstanden aus zwei ineinander übergehenden Maartrichtern und das angrenzende Trockenmaar. Nur von einem Bergsattel getrennt liegt das Weinfelder Maar (auch Totenmaar genannt) mit seiner historischen Kapelle und dem alten Friedhof und ganz in der Nähe das Gemündener Maar. Ergänzt wird die Kette an Maaren durch weitere Trockenmaare so dass Schalkenmehren zu Recht „das Dorf mit 9 Maaren“ bezeichnet wird.


Besucher in Schalkmehren

Schalkmehren 2017, Collage Kreuzberg

Erstmals urkundlich erwähnt ist Schalkenmehren in einer Urkunde des Klosters Himmerod von 1287. Die Kapelle am Weinfelder Maar war die Pfarrkirche bis 1803, dann übernahm die Vorgängerkapelle der St. Martin-Kirche im Dorf Schalkenmehren diese Funktion, aus der die neu erbaute, 1845 eingesegnete Pfarrkirche St. Martin hervorging. Als Nebenverdienst wurde schon seit Generationen Tuch gewebt. 1926 initiierte die Lehrerin Anna Lehnert die „Heimweberei-Genossenschaft“, die die Produktion koordinierte und den Vertrieb des „Maartuches“ übernahm. In der ehemaligen Schule kann sonntags im Heimweberei-Museum die Arbeit der ehemaligen Heimweberei anschaulich erkundet werden. Zur Gemarkung gehört auch das Skigebiet am Mäuseberg.

Ein „Muss“ für die Besucher Schalkenmehrens ist die von den Gebrüdern Rau eingerichtete „Pitt-Kreuzberg-Galerie“. Der Maler Pitt Kreuzberg, 1888-1966, dem Expressionismus nahe stehend aber mit eigenem Malstil schuf nach Schätzungen mehrere tausend Werke. Etwa 80 hiervon gehören zur Sammlung der Gebrüder Rau und sind in dem aus „Lava-Krotzen“ erbauten kleinen historischen Haus im alten Dorfzentrum in passendem Ambiente auf zwei Stockwerken zu bewundern.

Gerhard Schommers


Der Rheinische Verein besuchte Beuren im Kreis Cochem-Zell


Gruppenfoto Beuren

Die Teilnehmer auf der Treppe zwischen alter Schule und Kirchturm

Als der Regionalverband Cochem-Zell des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Landschaftsschutz zu einem Besuch der Gemeinde Beuren einlud, gab es erstaunte Reaktionen. Was gibt es in dem kleinen Dorf mit 400 Einwohnern Besonderes zu sehen? Trotzdem versammelten sich über sechzig Teilnehmer auf dem Platz zwischen Kirche und ehemaliger Schule. Dr. Gabriele Neumann, in Beuren geboren und aufgewachsen, führte kenntnisreich durch Geschichte und aktuelle Situation der Gemeinde. Die Gründung der Gemeinde wird um 1300 vermutet, vielleicht auch schon um 1017. 1744 bestand der Ort aus nur drei Höfen. In den 1970er Jahren lag die Einwohnerzahl bei rund 550, heute sind es nur noch um die 400. Im früher landwirtschaftlich geprägten Dorf gibt es keinen Bauernhof mehr. Die Felder werden von auswärtigen Pächtern bewirtschaftet. Bei der Fahrt oder einem Gang durch Beuren fällt zunächst die ehemalige Schule auf. Johann Claudius von Lassaulx, der wohl bekannteste Baumeister seiner Zeit, war sich nicht zu schade die Pläne für eine einklassige Schule mit kleinen Nebenräumen im Erdgeschoss und einer Lehrerwohnung im Obergeschoss zu erstellen. Mit dem Bau der Schule wurde 1843 begonnen. Seit vielen Jahren steht die Schule leer – so wie viele Schulgebäude in den kleinen Dörfern. Sie wird gelegentlich von den Dorfvereinen genutzt. Der in Lassaulx-Manier steinsichtig errichtete Bau wurde vor vielen Jahren verputzt und verlor so einen Teil seines „Gesichts“. Auf gleicher Ebene wie der Schuleingang liegt die „alte“ barocke Pfarrkirche, erstmals 1569 erwähnt, mit einem schönen hölzernen Tonnengewölbe und einer wertvollen Ausstattung, überwiegend aus der Zeit des Barock. Wertvolle Teile der Ausstattung dienen heute der Ausschmückung der neuen Kirche. Beeindruckend im kleinen Kirchenraum ist das die ganze rückwärtige Westwand ausfüllende Gemälde mit Bibelmotiven des insbesondere durch seine Glasmalereien bekannten Jakob Schwarzkopf aus Trier (1926-2001). Die alte Kirche war mit wachsender Bevölkerung zu klein geworden. Ein Abriss der alten Kirche kam nicht in Frage. Ein Neubau entstand in den späten 1960er Jahren nach Plänen von Karl Peter Böhr gleich neben der alten Kirche – verbunden durch die Sakristei. Der fast quadratische Innenraum der neuen Kirche strahlt Ruhe aus und lädt zur inneren Einkehr ein.


Beuren

Wandfüllendes Gemälde mit Bibelmotiven von Jakob Schwarzkopf, Trier (1926 - 2001)

Die Nordwand der Kirche wird geschmückt von einem dreigeteilten Bildfries von etwa einem Meter Höhe in den Farben blau, schwarz, weiß und grau. Es ist ein „Passions-Tryptichon“ ebenfalls gestaltet von Jakob Schwarzkopf. Kaum ein anderer Ort dieser Größe kann eine Doppelkirche vorweisen – die Beurener können stolz darauf sein. Gerhard Schommers


Nehren

Foto: Klaus Wendt

„VorZEITEN – Archäologische Schätze an Rhein und Mosel“

Unter diesem Leitwort planten der Rheinische Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz sowie die Generaldirektion Kulturelles Erbe eine Veranstaltungsreihe aus Anlass des 70jährigen Bestehens der Landesarchäologie Rheinland-Pfalz.


Der Regionalverband Cochem-Zell des Rheinischen Vereins schlug in diesem Rahmen einen Besuch der römischen Grabkammern in Nehren an der Mosel vor und unterstützte die Veranstaltung mit dem Titel „Luxus für das Jenseits“ organisatorisch. Weitere Veranstaltungen werden im Herbst in Trier und Mainz stattfinden.

Zunächst war zu einer Vortragsveranstaltung nach Ernst an der Mosel eingeladen. Als Referenten konnten Reinhold Elenz, Amtsrestaurator i. R. GDKE, Landesdenkmalpflege sowie Dr. Dirk Schmitz, Abteilungsleiter Archäologie am Römische-Germanischen Museum in Köln gewonnen werden.. Reinhold Elenz hatte das Projekt „Römische Grabkammern Nehren“, in der Region bis dahin „Heidenkeller“ genannt, das als Forschungsprojekt durchgeführt wurde, von der ersten Stunde an über viele Jahre fachlich begleitet. Im Anschluss der beiden Vorträge erfolgte die Besichtigung der beiden Grabkammern mit eingehenden Erläuterungen zum Forschungsprojekt. Die Grabkammern in Nehren gelten als einzigartiges Beispiel römischer Grabbauten die im 4. Jahrhundert n. Chr. entstanden sind. Der künstlerische Wert liegt vor allem an den noch in situ erhaltenen Wandmalereien in der westlichen Grabkammer. Ihre sehr wechselvolle Entdeckungs-und Freilegungsgeschichte führte in den 70er Jahren zu einer umfassenden archäologischen Bearbeitung. Mehrfach wurden Anstrengungen unternommen die Wandmalereien auf Dauer zu konservieren. Leider mussten über 50 Jahre vergehen bis über ein Forschungsprojekt die wissenschaftliche Bearbeitung mit einer präventiven Konservierung in Angriff genommen werden konnte. Extreme Verwitterungsmechanismen durch eindringende Feuchtigkeit verbunden mit starken Salzeinlagerungen sowie biogene Ablagerungen gefährdeten den Bestand nachhaltig. Ziel des Projektes war die genaueste Erforschung der klimatischen Einflussgrößen und die Einrichtung eines konstanten Klimas zur präventiven und nachhaltigen Konservierung. Darüber hinaus sollten weitere Schadensursachen aufgedeckt und bekämpft werden. Die angestrebten Konservierungsmaßnahmen sollten mit dem angestrebten Klimakonzept konform gehen. Restauratorische Untersuchungen erstreckten sich auf alle Bereiche der Grabkammern, neben der Erkundung der römischen Gebäude lag der Focus im Besonderen auf der römischen Wandmalerei. Diese, als karbonatisch gebundene Malerei ausgeführt, liegt auf einem einlagigen Wandverputz auf. Den eigentlichen Malgrund stellt eine dünn aufgetragene weiße Kalkschlämme, auf der mit geübter Hand die Malereien ausgeführt sind. Das Colorit auf weißem Grund in Rot, Ockergelb, Grün (grüne Erde) und Pflanzenschwarz. Dargestellt sind auf den umlaufenden Wandflächen Gitterwerk mit Blumengebinden, das Tonnengewölbe mit illusionistischer Kuppelmalerei mit Blumengebinden und Ornamenten. Die konservatorischen Aufgaben waren sehr vielfältig, so musste zunächst auf der Westseite der ausgemalten Grabkammer eine Drainage zur Wasserableitung eingebaut werden, dieses, verbunden mit Salzen und Mikrobiologie waren die Haupt- schadensursachen in der Grabkammer. Gerade der permanente unkontrollierte Wassereintrag führte zu einer sehr starken Oberflächenversinterung. Die Malereien waren fast gänzlich von dem weißlich-gräulichen Belag überzogen und somit nicht mehr wahrnehmbar. Ein sehr aufwändiges technisches Verfahren aus Ultraschall und Nachreinigung mit Ionentauscher zeigen die Malereien wieder in ihrer ursprünglichen Konzeption. Selbstverständlich sind sowohl die Wandverputze als auch die Malschicht einer konservatorischen Behandlung unterzogen worden. Die großflächigen Anlagerungen von Algen und Pilzen wurden chemisch abgenommen, eine über Feuchtkompressen durchgeführte Salzreduzierung an den Oberflächen führte zum nachhaltigen Erfolg.


Nehren Collage 2017

Foto: Klaus Wendt


Nehren Gruppe Wirtz

Foto: Philipp Wirtz

Da der Klimakonstanz ganz entscheidend für den Erhalt der Bausubstanz und im Besonderen der Wandmalereien ist, wurde ein rechnergesteuertes Lüftungssystem eingebaut.

Die östlich gelegene Grabkammer hat in Verlauf der Jahrhunderte ihre innere Ausstattung verloren. Das Tonnengewölbe, welches ursprünglich auch ausgemalt war, ist nicht mehr erhalten. Erhaltene Putzfragmente belegen auch hier eine vergleichbare Ausmalung wie wir sie von der westlichen Grabkammer her kennen. Von der bauzeitlichen Ausstattung sind nur noch der Stein-Sargboden und in wesentlichen Teilen der ursprüngliche Ziegelestrich-Fußboden erhalten geblieben. Dieser wurde im Rahmen einer an der FH Köln vorgelegten Diplomarbeit wissenschaftlich bearbeitet und konserviert. Um eintretendes Wasser durch Schlagregen zu vermeiden wurden teilweise zwischen den Porticus-Säulen Schutzverglasungen angebracht.

Dr. Dirk Schmitz referierte zunächst über die Bestattungskultur in römischer Zeit, insbesondere aber über die unterirdische Grabkammer im Kölner Vorort Weiden, die außerhalb der Fachwelt nur wenigen Interessierten bekannt und nur schwierig zugänglich ist. Die Grabkammer war im Jahr 1843 bei einer Baumaßnahme entdeckt und vom preußischen Staat gekauft worden. Die mit Nischen gegliederte und wie ein Speisezimmer gestaltete Grabkammer ist vollständig erhalten. Nach den Plänen des Dombaumeisters Ernst Friedrich Zwirner entstanden ein obertägiger Zugang und ein Wärterhaus. Die Kammer mit einem prachtvollen Sarkophag und Büsten von Verstorbenen wurde vom zweiten nachchristlichen Jahrhundert an genutzt. Sie gilt als die am besten erhaltene Grabkammer nördlich der Alpen. Im März 2017 hat sich ein Förderverein mit dem Ziel gegründet, dieses bedeutende Bodendenkmal der Öffentlichkeit wieder zugänglich zu machen. Bis in die zweite Jahreshälfte 2018 sollen die Voraussetzungen für die künftige Nutzung geschaffen werden. Neben der eigentlichen Grabkammer soll im Wärterhaus ein Informationszentrum eingerichtet werden. Nähere Informationen unter www.roemergrab.de.

Reinhold Elenz
Gerhard Schommers









Foto

Das Foto (Klaus Wendt) zeigt die Teilnehmer in der Karmelitenkirche.

Der Rheinische Verein besuchte Boppard

Trotz Dauerregen waren rund 25 Teilnehmer der Einladung des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Landschaftsschutz, Regionalverband Cochem-Zell, zu einem Besuch der Stadt Boppard und ihrer Kirchen gefolgt. Prof. Dr. Wolfgang Schmid führte kenntnisreich durch die Rheinstadt die Schwerpunkt des UNESCO-Welterbes Oberes Mittelrheintal ist.

Boppard, in römischer Zeit „Baudobriga“, war eine bedeutende Römer-, Reichs- und dann kurtrierische Amts- und Stiftsstadt. Teile des römischen Kastells und erhebliche Teile der mittelalterlichen Stadtbefestigung sind bis heute erhalten. Die Stiftskirche „St. Severus“ wurde im 5. Jahrhundert auf den Mauern eines römischen Bades gebaut. Dieser Urbau wurde zwischen dem 11. bis 13. Jahrhundert durch die heutige Pfarrkirche ersetzt die ein hervorragendes Beispiel romanischer Baukunst ist und eine reiche Ausstattung und zahlreiche Grabdenkmäler die die Anfänge des christlichen Lebens am Mittelrhein beleuchten, birgt.

Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch der im frühen 14. Jahrhundert in gotischem Stil errichteten Stiftskirche des 1265 gegründeten Karmeliterklosters. Die in zwei Baustufen zwischen 1320 und 1340 erbaute doppelschiffige Kirche beherbergt zahlreiche Kunststiftungen in Form von Meisterwerken der Gotik und der Renaissance. Da nach den Regeln des Bistums Trier in jeder Pfarrei nur eine Kirche in ihrer Unterhaltung vom Bistum mit finanziert wird – und da haben sich die Bopparder für die Pfarrkirche „St. Severus“ entschieden - liegt die „Trägerschaft“ für die Kapuzinerkirche bei der Pfarrei. Um die Finanzierung leichter „stemmen“ zu können wurde nach langer Diskussion die Einrichtung eines Kolumbariums unterhalb der gotischen Orgelempore beschlossen. Dort finden rund 1.100 Urnengräber Platz die nicht nur von Boppardern sondern auch von Bürgern der Region als letzte Ruhestätte genutzt werden können.

Gerhard Schommers


Archiv

2016

November 2016
Nicolaus Cusanus - von der Mosel an den Tiber (PDF, 1,06 MB)
Ein Bericht von Heinz Kugel

Oktober 2016
Der Rheinische Verein besuchte Kaisersesch (PDF, 764 KB)
Ein Bericht von Gerhard Schommers

September 2016
Rheinischer Verein besuchte die "Fraukirch" in der Pellenz (PDF, 353 KB)
Ein Bericht von Gerhard Schommers

Juli 2016
Besuch in Alflen (PDF, 432 KB)
Ein Bericht von Gerhard Schommers

Juni 2016
Der Rheinische Verein besucht Bruttig (PDF, 382 KB)
Ein Bericht von Gerhard Schommers

Mai 2016
Der Rheinische Verein besucht den "Bleidenberg". (PDF, 0,99 MB)
Ein Bericht von Gerhard Schommers

Februar 2016
Geschichte und Kunstdenkmäler des Kreises Cochem-Zell an der Mosel (PDF, 275 KB)
Ein Bericht von Gerhard Schommers

2015

November 2015
Besuch der Stiftskirche "St. Kastor" in Karden (PDF, 0,98 MB)
Ein Bericht von Heinz Kugel

Oktober 2015
Rheinischer Verein besuchte Hatzenport (PDF, 350 KB)
Ein Bericht von Gerhard Schommers

September 2015
Rheinischer Verein besuchte Moselkern (PDF, 187 KB)
Ein Bericht von Gerhard Schommers

Juli 2015
Exkursion zur Wallfahrtskirche "Mater Dolorosa" in Driesch (PDF, 203 KB)
Ein Bericht von Hans-Joachim Lui

Juni 2015
Exkursion nach Bad Bertrich (PDF, 339 KB)
Ein Bericht von Gerhard Schommers

Mai 2015
Exkursion nach Enkirch (PDF, 254 KB)
Ein Bericht von Gerhard Schommers

2014

September 2014
Exkursion nach Mörz (PDF, 328 KB)
Ein Bericht von Gerhard Schommers

August 2014
Exkursion nach Bassenheim (PDF, 2,36 MB)
Ein Bericht von Gerhard Schommers

Juli 2014
Exkursion nach Maria Laach (PDF, 347 KB)
Ein Bericht von Gerhard Schommers

Juni 2014
Exkursion nach Mesenich an der Mosel (PDF, 303 KB)
Ein Bericht von Heinz Kugel

Mai 2014
Exkursion nach Monreal (PDF, 205 KB)
Ein Bericht von Gerhard Schommers

2013

September 2013
Exkursion zur Burg Thurant in der Ortsgemeinde Alken (PDF, 283 KB)
Ein Bericht von Gerhard Schommers

Juli 2013
Exkursion nach Morbach (PDF, 642 KB)
Ein Bericht von Gerhard Schommers

Juli 2013
Exkursion nach Wollmerath (PDF, 740 KB)
Ein Bericht von Brigitte Meier, Mitarbeiterin der Rhein-Zeitung

Juni 2013
Exkursion in die Erdgeschichte: Der Treiser Steinbruch (PDF, 248 KB)
Der Rheinische Verein erlebte das alte und neue Pünderich.
Ein Bericht von Heinz Kugel
Mit Bildern von Klaus Wendt

Mai 2013
Exkursion nach Rhens (PDF, 191 KB)
Ein Bericht von Heinz Kugel

2012

September 2012
Pünderich – Leben an der Mittelmosel (PDF, 629 KB)
Der Rheinische Verein erlebte das alte und neue Pünderich.
Ein Bericht von Gerhard Schommers

September 2012
Wie man Vergangenheit und Moderne wunderbar verbindet (PDF, 83 KB)
Die Stadt Kastellaun ist hierfür beispielhaft.
Ein Bericht von Gerhard Schommers

September 2012
Der Heimatgeschichte mit Leib und Seele verbunden (PDF, 736 KB)
Alfons Friderichs aus Zell mit dem Rheinlandtaler ausgezeichnet – Dank für jahrzehntelanges Engagement.
Ein Bericht von Dieter Junker

Juli 2012
Der Rheinische Verein erkundet das Wirken von Nicolaus Cusanus (PDF, 380 KB)
Ein Bericht von Gerhard Schommers

Juni 2012
Auf den Spuren der Belle Epoque (PDF, 2,48 MB)
Mit dem Rheinischen Verein durch die Jugendstil-Stadt Traben-Trarbach.
Ein Bericht von Gerhard Schommers

Mai 2012
Wie ein Dorf aus Gestern und Heute das Morgen gestaltet (PDF, 170 KB)
Der Rheinische Verein besuchte Hambuch in der Eifel.
Ein Bericht von Gerhard Schommers

2011

29. August 2011
Wohnte die erste Europäerin in Klotten an der Mosel? (PDF, 53 KB)

26. Mai 2011
Maar oder Kratersee? (PDF, 927 KB)
Geologische Lehrstunden in Theorie und Praxis beim Rheinischen Verein.

10. Mai 2011
Dem "Amtshaus" in Zell droht der Abriss (PDF, 114 KB)
Der Rheinische Verein nimmt dazu in einem Bericht in der Rhein-Zeitung vom 3. Mai 2011 Stellung.

12. April 2011
Dornen statt Reben! (PDF, 17 KB)
Der Rheinische Verein diskutiert die Situation des Steillagen-Weinbaus bei einer Vortragsveranstaltung am 1. April 2011 im Haus „Waldfrieden" bei Alf an der Mosel. Den Vortrag von Ulrich Stein hat Gerhard Schommers in einem Bericht für die Rhein-Zeitung zusammengefasst.

Dornen statt Reben! (PDF, 77 KB)
Der Weinbau an der Mosel hat schon viele Krisen erlebt - und überlebt! Jetzt aber droht vielen alten Rieslingreben in besten Schiefer-Steillagen das endgültige Aus. Und das flächendeckend.

Exkursion zum Kloster Engelport (PDF, 178 KB)
Der Regionalverband Cochem-Zell besucht das Oblatenkloster Maria Engelport im Flaumbachtal bei Treis-Karden-Mosel.

Exkursion in den Hochpotener Wald (PDF, 698 KB)
Manfred Dietzen führte in die geheimnisvolle Welt der Hünengräber und der baulichen Reste des römischen Imperiums im Hochpotener Wald bei Ulmen.

Der Regionalverband Cochem-Zell strebt „Vernetzung der Kulturvereine" der Region Mosel - Eifel - Hunsrück an. (PDF, 8 KB)

2010

Am 19. Oktober 2010 jährt sich der Todestag Reinhold Schommers zum zehnten Mal. (PDF, 9 KB)

Exkursion zum ehemaligen Minoriten-Kloster in Merl (PDF, 373 KB)